In Hollywood steigt bald die große Oscar-Party

Wartet stoisch auf seinen großen Auftritt: Einer der Oscars © APA/AFP/ANGELA WEISS

Eine Ohrfeige auf offener Bühne, wie sie Will Smith bei der Oscargala vor zwei Jahren Chris Rock verpasst hat, dürfte es heuer in der Nacht der Nächte von 10. auf 11. März wohl nicht geben – wenn, allenfalls im übertragenen Sinne. So könnten sich manche Werke eine ernüchternde Klatsche abholen bei der 96. Oscar-Verleihung, darf man den Hollywood-Auguren Glauben schenken. In jedem Falle kristallisiert sich Nominierungsspitzenreiter „Oppenheimer“ als echter Topfavorit heraus.

Das legendäre Dolby Theatre in Hollywood wird wieder zum Schauplatz der Gala, die heuer bereits zum vierten Mal von US-Komiker Jimmy Kimmel moderiert wird. Abseits des gewohnt lockeren Spruchs des mittlerweile erfahrenen Gastgebers, richten sich die Augen der Cineasten und Glamourfreunde aber selbstredend auf die Frage, welche Entscheidungen die rund 10.500 Academy-Mitglieder gefällt haben. Wie viele der 13 Nominierungen kann Christopher Nolans Atombombendrama „Oppenheimer“ in Goldstatuetten ummünzen? In der Königskategorie und unter den Regisseuren zumindest gelten Werk und Autor beinahe als gesetzt.

Giorgos Lanthimos’ bildgewaltige, feministische Frankenstein-Paraphrase „Poor Things“, mit elf Nennungen auf Platz 2 des Feldes, scheint mittlerweile ein wenig ins Hintertreffen zu geraten. Am Ende könnte heuer ein breit gestreutes Feld an Preisträgern stehen, werden doch etwa dem Drittplatzierten, Martin Scorseses „Killers of the Flower Moon“, zumindest beste Chancen mit Hauptdarstellerin Lily Gladstone ausgerechnet, während Greta Gerwigs Spielzeugfeminismus „Barbie“ – der vielkritisiert weder im Rennen um die beste Regie noch bei den Darstellerinnen ist – bei Kostüm und Song als Topfavorit gehandelt wird. Und bei den Hauptdarstellern könnten Paul Giamatti und bei den Nebendarstellerinnen Da’Vine Joy Randolph sich und damit Alexander Paynes „The Holdovers“ zwei von fünf möglichen Statuetten sichern.

Österreichische Gewinner wird es heuer – zumindest das lässt sich jetzt schon einmal fix sagen – jedenfalls nicht geben. So sind keine rot-weiß-rote Kandidaten bei den verschiedenen Kategorien im Rennen, was auch für den Auslandsoscar gilt, wo es „Vera“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel nicht auf die Shortlist geschafft hat. Hier wird Jonathan Glazers ungewöhnliche Holocaust-Verfilmung „The Zone of Interest“ als heißer Favorit gehandelt. Es bleibt also alles spannend.

Wer die Daumen drücken möchte, für den überträgt ORF 1 die Gala wie gewohnt live: Kulturjournalistin Lillian Moschen und Filmexperte Alexander Horwath stellen am 10. März bereits ab 22.50 Uhr ihre Favoriten vor – findet die Gala heuer doch auch um eine Stunde früher als zuletzt statt. Um 23.30 Uhr geht der Rote Teppich über die Bühne, ebenso live übertragen wie die eigentliche Veranstaltung, die um Mitternacht startet.

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Wer sich den Glanz Hollywoods indes stilecht im Kino geben möchte, hat dazu natürlich auch heuer Möglichkeiten. Im Wiener Gartenbaukino startet man mittlerweile zum 17. Mal um 12 Uhr mittags in die Oscarfeierlichkeiten, wenn Werke wie Topfavorit „Oppenheimer“ im 70mm-Format, der Animationsfilm „Robot Dreams“ oder als Österreichpremiere „American Fiction“ zu sehen sind, bevor zur Übertragung aus dem Dolby Theatre gewechselt wird. Frühstück und Kaffee gibt es für alles gratis, Sekt nur für Besucher in Abendgarderobe. Zum zwölften Mal ist auch das Burg Kino inklusive Frühstück und Vorprojektion von „The Zone of Interest“ in der cineastischen Nacht der Nächte mit von der Partie.

oscars.org

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