Jánoska Ensemble zaubert Orchesterklänge ins Brucknerhaus

Auf eine revolutionär ähnliche Art im positiven Sinne musiziert seit einigen Jahren das bekannte Jánoska Ensemble aus der Slowakei und versetzt sein Publikum in Staunen. Kürzlich im vollbesetzten Mittleren Saal des Linzer Brucknerhauses. Nach einer Csárdás-Zugabe, dem Gruß an die ehemalige Heimat, wurde gebrüllt, gepfiffen, gestampft, wurden Handy-Lichter in den Saal geschickt, ein Konzertende, wie es nicht oft zu erleben ist.

Mitreißende Arrangements

Aber warum dieses Spektakel? Ein Brüdertrio aus zwei Violinen, einem Bass und dem Onkel am Klavier bricht in die Klassikwelt der Musik ein und macht mit ihr ganz großartige Experimente. Berühmte Werke zitierend, entstehen aus den Werken mitreißende Arrangements kreativ grenzenloser Fantasien in einem atemberaubenden Tempo. Variationen erfinden, Improvisieren sind die Markenzeichen des sensationellen Ensembles, in rasanten Tempi gespielt, die berauschende Technik lässt den Atem anhalten. Temperament, Schwung und Freude bis zu ekstatischen Ausbrüchen, dahinter viel spürbarer Humor steigern die Begeisterung und schufen den eigenen Janoska-Style. Denn keine der bekannten Stilformen würde das Konzept des Quartetts ausreichend klassifizieren können.

So gibt es für den Abend auch kein fixes Programm, sondern Kostproben aus dem aktuellen Big B’s Album von Beethoven, Brahms, Bernstein, Bartók, Bach oder auch Eigenkompositionen. Freundlich und witzig erklärt von den Musikern, was die Stimmung zusätzlich steigerte. Beethovens „Albumblatt für Elise“ faszinierte bearbeitet genauso wie Volkstänze von Bartók und wie authentizitätsnah rockte das Ba-rock bei Bachs Doppelkonzert für Violine.

Auch der Jazz kam auf seine Rechnung mit Brubecks Klängen oder ein Walzer im 9/8 Takt, der sogar tänzerisch vorgezeigt wurde. Ja, sogar das Linzer Pausenzeichen des Bruckner-Motivs blinzelte im Brucknerjahr durch im Original. Bei seinen Symphonien brauchte es allerdings einen starken Erfindergeist, um die neun Symphonien in neun Minuten vorzuführen.

Alleskönner des Musikmachens

Eigentlich sind diese Jánoskás Alleskönner des Musikmachens, egal, was sie spielen oder nachahmen, etwa sogar einen echten ungarischen Cymbalklang auf ihrem Streichinstrument oder den Klaviertasten. Mögen sie nur wiederkommen und ihren Orchesterklang zum Blühen und den Saal zum Glühen bringen.

Von Georgina Szeless

 

 

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