Kammerhof Museum Gmunden zeigt in neuem Schaudepot rare Schätze

Kakadu von Michael Powolny © Stadtgemeinde Gmunden

Dem K-Hof Kammerhof Museum Gmunden ist für seinen riesigen Fundus aus keramischen Kunst(handwerks)gegenständen ein Spagat zwischen Lager- und Ausstellungsraum gelungen. Der Besuch des Schaudepots wird zum Flanieren durch Jahrzehnte.

Man entdeckt dabei nie oder kaum gesehene Artefakte der berühmten Ohnsorg-Symposien, aber auch viel Haus- und Zierrat, den man aus den elterlichen und großelterlichen Wohnungen in Erinnerung hat.

In 60 Jahren füllte sich das Keramik-Depot des Kammerhof Museums am Dachboden bis zum Überquellen. Schätze verstaubten. Nunmehr hat Direktor Johannes Weidinger für die bislang verborgenen Gegenstände eine smarte Lösung gefunden: das „Keramik-Lifestyle-Schaudepot“ im ehemaligen Kammerhofsaal, das am 28. Februar eröffnet wird. Es wird ein fixer Bestandteil des Museums. Mitglieder des Musealvereines haben dafür 28 Schaukästen privat finanziert.

„Krater-Rot“, „Ben Hur“ und „Kleopatra“

Kostbare Skulpturen und Geschirr-Sets bezeugen, dass die Jugendstilkünstler Dagobert Peche und Michael Powolny und auch Franz von Zülow für Schleiss gearbeitet haben. An den Gmundner Glasuren-Magier Peter Schleiss erinnern Vasen im faszinierenden „Krater-Rot“.

Darüber hinaus sieht man prächtige Gefäße der Gruppe H und aus den Gmundner Werkstätten Födinger, Reisenbichler, Pesendorfer und Schleiss.

Wer auf den rund 200 m2 durch Gmundner Gebrauchskeramik seit den 1960er-Jahren schlendert, stößt auch auf manche Kuriositäten, etwa auf die Gefäße-Serien „Ben Hur“ oder „Kleopatra“, mit denen die Gmundner Keramik die damaligen Hollywood-Historienfilme als Verkaufsbeschleuniger nützte.

Schätze aus aller Welt

International zeigt sich das Schaudepot entlang der Außenwand, wo viele Exponate die Keramik-Symposien der 1960er-Jahre dokumentieren. Der Gmundner „Dreifaltigkeit“ der Moderne – Ohnsorg, Raidel & Altenburg – sind mehrere Vitrinen gewidmet, aber auch Stars aus aller Welt haben Gmunden herausragende Stücke überlassen: James K. Amoah aus Ghana, der Japaner Aisaku Suzuki oder Lubor Tehnik aus der CSSR, letzterer mit Designs aus dem damals hochmodernen Tachismus.

Eine zentrale große Vitrine zeigt moderne Arbeiten, die im Zuge der Städtepartnerschaft mit dem weltberühmten Faenza nach Gmunden gekommen sind, u. a. Plastiken von Carlo Zoli.

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