Kunstmesse „Art at the Park“ residiert in Benkos Luxushotel

Noch Teil des Benko-Imperiums: Das Park Hyatt Vienna © APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH

Mit der „Art at the Park“ geht die erste Kunstmesse des Jahres an den Start. Auf 1.200 Quadratmetern wollen bis Sonntag 19 Galerien und Kunsthändler rund 2.500 Werke aus diversen Epochen mit Schwerpunkt Klassische Moderne an den Mann und die Frau gebracht werden. Das Besondere: Die Location selbst wird derzeit zum Verkauf feilgeboten. Denn Schauplatz ist das Park Hyatt Vienna – jenes Luxushotel, das die ins Straucheln geratene Signa-Group von Rene Benko versilbern will.

Die 2013 eröffnete Fünf-Sterne-Herberge residiert am früheren Sitz der Länderbank-Zentrale. Als Teil von Benkos innerstädtischem Goldenem Quartier hat seine Signa Prime Selection angekündigt, die Immobilie mit einer Reihe anderer Top-Häuser in Wien und Innsbruck zu verkaufen. Auf die Messe selbst werde sich dies aber nicht auswirken, betonten Wolfgang Pelz und seine Frau Monika Vanecek-Pelz als Veranstalter am Donnerstag im Rahmen eines Pressetermins gegenüber der APA. „Wir gehen davon aus, dass die Location weiter funktioniert. Wir merken jedenfalls nichts von all diesen Troubles“, versicherte Vanecek-Pelz. Man sei hier mit der „Art at the Park“ im Park Hyatt eingemietet und das Hotel habe einen langfristigen Pachtvertrag, so die Begründung. „Mit der Signa selbst haben wir nie etwas zu tun gehabt“, ergänzte Pelz.

Die Messe selbst findet zum inzwischen vierten Mal in der Beletage des Hotels statt – dort, wo sich die Banketträumlichkeiten befinden und Benko in besseren Zeiten wichtige Player aus Politik, Wirtschaft und Medien zum herbstlichen Törgellen geladen hatte. Und auch wenn der Salon und die Nebenzimmer durch die Messearchitektur in eher kleinräumige Kojen unterteilt werden, beeindruckt der durch dunkle Holzvertäfelung und aufwendige Stuckatur unterstrichene Prunk durchaus.

Insofern ein durchaus passendes Setting. Denn an Kundschaft mit schmaler Geldbörse richtet sich die „Art at the Park“ nicht unbedingt. Vanecek-Pelz sprach von einer „kleinen, feinen Kunstmesse im gehobenen Preissegment“. Das eher exklusive Angebot sei auch der Location geschuldet, meint die Co-Veranstalterin: „Da bringt man keine großen Experimente mit, sondern die Essenz.“ Bis auf eine Ausnahme aus Deutschland bieten hier ausschließlich heimische Galerien – viele aus den Bundesländern – Ware an.

Viele klingende Namen sind präsent – von Alfons Walde bis Erwin Wurm, von Maria Lassnig bis Herbert Brandl, von Anton Kolig bis Xenia Hausner. Für einiges muss man schon ein paar Hunderttausend Euro auf der Kante haben – etwa für ein zweieinhalb mal zweieinhalb Meter großes Bild des erst im Dezember verstorbenen Vorreiters der österreichischen abstrakt-expressiven Malerei, Wolfgang Hollegha, den die Grazer Galerie Reinisch um 320.000 Euro anbietet. Bei der „Schütz Art Society“ aus dem oberösterreichischen Engelhartszell bekommt man eine Ansicht aus dem grünen Prater von Carl Moll um 410.000 Euro – „schon mit Rabatt“. Einen hohen sechsstelligen Betrag muss man der Wiener Galerie Kovacek für einen Hundertwasser („Tibetruhe“), an dem der Künstler zwölf Jahre lang gearbeitet hat (1958-1970), hinblättern.

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Es gibt aber auch vergleichsweise Erschwingliches. Um 3.400 Euro bietet die Wiener Galerie Faber etwa Farbaufnahmen des Fotografen André de Dienes an, der 1949 die noch sehr junge Marilyn Monroe am Strand vor der Linse hatte. Die Galerie Krinzinger hat einen Druck des jungen Künstlers Christian Rothwangel, Jahrgang 1993, bereits um 300 Euro im Sortiment. Und mit 17.500 Euro liegt auch eine großformatige Impression der Donauauen, gemalt in lichtdurchfluteten Blautönen, des 2001 in Wien geborenen und in Klosterneuburg lebenden Autodidakten Marko Djurdjevic – vertreten durch den Kunsthändler Florian Kolhammer – im unteren Preissegment.

Wer Lust auf Außergewöhnliches bis Skurriles hat, wird bei der Messe ebenfalls fündig werden. Genannt sei etwa eine sogenannte Bilderuhr von Carl Ludwig Hofmeister, entstanden im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts. Eine Wiener Stadtansicht ist dabei auf Blechuntergrund aufgetragen, wobei die funktionierende Uhr ins Bildmotiv integriert ist. Teil der technischen Spielerei, die „Lilly’s Art“ präsentiert, ist auch eine verbaute Spieluhr. Zieht man sie auf, erklingt gut zwei Minuten lang eine Melodie. Leuchtete, durchaus dekorative Glasskulpturen, die schon einmal 15 Kilo und mehr auf die Waage bringen, hat der Künstler Peter Kuchler III. im Stiegenaufgang ausgestellt.

Fast andächtig setzt indes der einzige nicht-österreichische Galerist seine spärlich ausgeleuchtete Ausstellungsfläche in Szene. Nicht verwunderlich, bietet der Münchner Kunsthändler Stefan Brenske doch vor allem russische und griechische Ikonen aus der Zeit des 16. bis 19. Jahrhunderts an. Ein bisschen Heiligenschein in Benkos Luxusreich.

Kunstmesse „Art at the Park“ im Hotel Park Hyatt, 1010 Wien, Am Hof 2, 22. bis 25. Februar, Tagestickets 15 Euro, parkvienna.com

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