Literatur hinterfragt Herkunft

Freistädter Literaturtage: Judith W. Taschler, Menasse, Kaiser-Mühlecker

Mühlviertler Familiengeschichte: Judith W. Taschler eröffnet am Freitag mit einer Lesung aus ihrem neuen Roman.
Mühlviertler Familiengeschichte: Judith W. Taschler eröffnet am Freitag mit einer Lesung aus ihrem neuen Roman. © Maria Noisternig

Hochkaräter gastieren bei den diesjährigen Literaturtagen Freistadt, die am Freitag mit einer Lesung der gebürtigen Putzleinsdorferin Judith W. Taschler im Kino Freistadt starten: Gabriele Deutsch spielt im Stück „So oder so“ Hildegard Knef (Salzhof, 8. Oktober), Robert Menasse liest aus seinem neuen Roman „Die Erweiterung“ (Salzhof, 18. November), Reinhard Kaiser-Mühlecker aus seinem Roman „Wilderer“ (Salzhof, 2. Dezember).

Das Programm umranken ein Poetry Slam am Nationalfeiertag (26. Oktober) und eine cineastisch-literarische Schiene im Kino Freistadt.

Mit Menasse und Kaiser-Mühlecker finden sich zwei Autoren in Freistadt ein, die jeweils für den Österreichischen Buchpreis nominiert sind. Menasse, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller, legt mit „Die Erweiterung“ die Fortsetzung seines preisgekrönten Romans „Die Hauptstadt“ vor. In dramatische Form gebracht, hervorragend geschrieben jeweils die Frage: Was ist Europa? (Und was soll daraus werden?)

Intensives Porträt

Judith W. Taschler, Eröffnungslesende am Freitag, erzählt in ihrem neuen Roman eine intensive Mühlviertler Familiengeschichte. „Über Carl reden wir morgen“ ist um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert angesiedelt, beginnt aber schon zwei Generationen früher, als im Jahr 1828 die junge Rosa heimlich ihre Familie verlässt. Taschler schrieb ein einfühlsames Porträt eines Mühlviertler Dorfes, ein Buch über Abschiede und die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, über den Krieg und die unstillbare Sehnsucht nach Glück.

An diesem Abend sind zudem einige Bilder des Malers John Owen ausgestellt – stammt doch das Cover zu Taschlers neuem Roman von ihm. Veranstaltet wird die Lesung gemeinsam mit der Brigitte-Schwaiger-Gesellschaft. Dieser Freistädter Kulturverein hat sich die Sichtbarmachung des Werks der 2010 verstorbenen Erfolgsautorin Brigitte Schwaiger zum Ziel gesetzt. Derzeit wird intensiv an der Gestaltung eines Literaturwegs in Freistadt gearbeitet und ein Symposium zu Ehren der großen Tochter von Freistadt vorbereitet.

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