„Machete“ Danny Trejo hat Autobiografie geschrieben

Ein bewegtes Leben: Danny Trejo © APA/AFP/VALERIE MACON

Das Gesicht von Danny Trejo kennt jeder Film- und Serienfan, in Mexiko ist der Schauspieler ein Nationalheld, der Wandgemälde ziert. Dabei begann der in Los Angeles geborene Trejo seine Karriere nicht vor der Kamera, sondern als Drogenkrimineller. Während einer seiner Haftstrafen entging er der Todesstrafe. Es war ein langer Weg bis zur Hauptrolle in „Machete“, wie er in seiner Autobiografie „Trejo“ erzählt, und vor allem auch bis zum Entzug.

Der heute 78-jährige Amerikaner mexikanischer Abstammung wuchs in einem von Gewalt, Missbrauch und Sucht geprägten Umfeld aus. Seine Familienmitglieder waren in Gangs und Schwerkriminelle. Frauen mussten sich unterordnen. „Ich mochte die Art meines Vaters und meiner Onkel hassen, ihren Machismo, ihren Chicanismo, und doch war ich ein Charro wie sie: meinen Frauen untreu, gewalttätig gegen andere Männer, ständig wütend und immer einen auf dicke Eier machend“, blickt Trejo zurück.

Es ist eine ehrliche Lebensbeichte, abseits vom übrigen Celebritybiografien, Trejo versucht sich erst gar nicht an Beschönigung. „Ich hatte auf den brutalsten Gefängnishöfen meinen Mann gestellt und gleichzeitig vor nichts so viel Angst gehabt wie vor meinen eigenen Gefühlen“, hält er in dem gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Donal Logue verfassten Buch fest. Mit zehn Jahren landete Trejo zum ersten Mal auf einem Polizeirevier, früh verübt er Raubüberfälle, seine Taten führen ihn vom Jugendgefängnis bis in die berüchtigten Anstalten Folsom und St. Quentin.

Es erschreckt, wie Brutalität und Drogen Trejos Leben und das seiner Familienmitglieder (auch seiner Kinder) an den Abgrund führten. Die Autobiografie, geschickt nicht immer linear erzählt, lässt erahnen, wie schwierig und vorbildhaft Trejos Weg aus der Abhängigkeit hin zum Entzugsberater war. Seine Schilderungen vom harten Leben im Gefängnis, den tödlichen Racheaktionen unter Insassen, den Qualen der Einzelhaft und den Erniedrigungen lesen sich wie ein Hardboiled-Krimi. Man glaubt es kaum: Der Mann, der in Blockbustern wie „Con Air“ und „Spy Kids“ mitwirkte und mittlerweile eine Restaurantkette betreibt, war nach einem Gefängnisaufstand von der Todesstrafe bedroht.

„Trejo“ ist eine Erlösungsgeschichte, ein offenherziger Bericht über eine Wandlung und Abkehr, über eine Selbstfindung. „Nicht einmal Hollywood hätte ein derart dramatisches Skript zustande gebracht“, meint der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Apropos Hollywood: Natürlich kommen Cineasten bei „Trejo“ auch mit Anekdoten von Dreharbeiten auf ihre Kosten. Man darf schmunzeln bei der Vorstellung, wie Trejo gemeinsam mit Dennis Hopper mit dem Hund Gassi geht. Der Mann, der in mehr als 300 Produktionen mitwirkte und vor der Kamera „schon mindestens hundertmal getötet“ wurde, ist Legende – mit „Trejo“ nun verbrieft.

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Danny Trejo mit Donal Logue, „Trejo“ – Mein Leben. Verbrechen. Erlösung und Hollywood”, Heyne Verlag, gebundene Ausgabe, 448 Seiten, 26,50 Euro

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