Nicolas Cage ist 60 – als Geschenk Familie und Fernsehen

Als Action-Star verdiente Nicholas Cage Millionen, mit einer Rolle als Alkoholiker gewann er einen Oscar

Im meisterlichen Säufer-Drama „Leaving Las Vegas“ von 1995 spielten sich Nicholas Cage und Elisabeth Shue gegenseitig zu Höchstleistungen hoch. Oscar und Golden Globe als bester Hauptdarsteller gingen 1996 an Cage.
Im meisterlichen Säufer-Drama „Leaving Las Vegas“ von 1995 spielten sich Nicholas Cage und Elisabeth Shue gegenseitig zu Höchstleistungen hoch. Oscar und Golden Globe als bester Hauptdarsteller gingen 1996 an Cage. © United Artists

Das Timing für sein rundes Jubiläum ist perfekt. Wenn Nicolas Cage am 7. Jänner seinen 60. Geburtstag feiert, befindet er sich in bester Hollywood-Gesellschaft. An dem Tag werden in Beverly Hills die Golden Globe Awards verliehen und Cage ist bei der Trophäen-Gala dabei.

Als besonderes Geschenk winkt Cage ein weiterer Filmpreis. Der Schauspieler hat bereits 1996 für seine Hauptrolle in „Leaving Las Vegas“ einen Globe und einen Oscar gewonnen. In dem Drama brillierte er als alkoholkranker Drehbuchautor, der sich zu Tode trinken will. Jetzt ist er als bester Comedy-Darsteller für die schwarze Komödie „Dream Scenario“ nominiert. Unter der Regie des Norwegers Kristoffer Borgli spielt er einen unscheinbaren College-Professor, dessen Leben aus den Fugen gerät, als ihn plötzlich Millionen Fremde in ihren Träumen sehen.

In dieser schrägen Rolle ist Cage mit Halbglatze, dicklich und gebücktem Gang kaum wiederzuerkennen. Kinogänger kennen den Hollywood-Star ganz anders, als coolen Action-Helden aus Filmen wie „Con Air“, „The Rock – Fels der Entscheidung“, „Im Körper des Feindes“ oder „Das Vermächtnis der Tempelritter“, als Lover in der Liebeskomödie „Mondsüchtig“ an der Seite von Cher, durch seine Doppelrolle in der bissigen Satire „Adaption – Der Orchideen-Dieb“, als korrupten Polizisten in Werner Herzogs „Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ oder als Freak, Vampir und Kriminellen.

Doch nach fast 45 Jahren vor der Filmkamera und mehr als 100 Spielfilmen möchte Cage nun etwas Neues probieren. Einer seiner Söhne habe ihm die Serie „Breaking Bad“ gezeigt, nun sei er von den Möglichkeiten einer Fernsehrolle ganz begeistert, erzählte Cage Mitte Dezember in einem Interview. Fernsehen habe er noch nie gemacht, aber das würde er jetzt gerne versuchen. Er sehe sich als Schüler, der eine neue Herausforderung brauche.

Der Name „Cage“ aus Trotz

Cage stammt aus einer Familie, die eng mit Hollywood verbunden ist. Sein Vater, ein Literatur-Professor, war der Bruder des Star-Regisseurs Francis Ford Coppola („Der Pate“) und der Schauspielerin Talia Shire („Rocky“). Regisseurin Sofia Coppola („Priscilla“, „Lost in Translation“) ist seine Cousine.

Seine erste Filmrolle hatte Cage, noch unter seinem Geburtsnamen Nicolas Coppola, in der Teenagerkomödie „Ich glaub’, ich steh’ im Wald“ (1982), an der Seite von Sean Penn und Jennifer Jason Leigh. Doch schon ein Jahr später drehte er die Komödie „Valley Girl“ als Cage. Er war es satt, dass Kollegen glaubten, er würde nur wegen seines berühmten Namens Rollen bekommen, sagte Cage Anfang Dezember. Seinem Onkel zuliebe habe er aber in dessen Komödie „Peggy Sue hat geheiratet“ (1986) mitgespielt.

Cage hat den Ruf als exzentrischer Workaholic weg. Seine Vorliebe für schräge Charaktere zeigt sich auch in seinen letzten Filmen. In dem Drama „Pig“ (2021) spielte er einen Eremiten, der mit seinem Trüffel-Schwein in der Wildnis lebt. In der Thriller-Komödie „Massive Talent“ (2022) mimte er – völlig uneitel – eine neurotische, jüngere Version von sich selbst. In der Horror-Comedy „Renfield“ (2023) zeigte er als Vampirfürst Dracula und als tyrannischer Boss Zähne.

Doch nun will Cage offenbar sein Drehtempo bremsen. Er wolle mehr „Qualitätszeit“ mit seiner Familie verbringen, sagte der Schauspieler wenige Wochen vor seinem 60. Geburtstag. Seine Kinder seien ihm nun wichtiger.

Mit 58 Jahren wurde Cage ein drittes Mal Vater. Töchterchen August Francesca Coppola Cage kam im September 2022 zur Welt. Im Jahr zuvor hatte der Schauspieler die gebürtige Japanerin Riko Shibata geheiratet. Für Cage ist es die fünfte Ehe. Er war etwa mit der Schauspielkollegin Patricia Arquette und kurz mit Lisa Marie Presley, der Tochter von Elvis Presley, verheiratet. Seine beiden Söhne aus früheren Beziehungen sind 18 und 32 Jahre alt.

Im vorigen April gab Cage in der Sendung „60 Minutes“ Einblick in sein Leben in einer Villa in Las Vegas. Dort lebt die Familie mit einer Reihe Haustieren, darunter eine Krähe, eine Meeresschildkröte und eine große Echse. In dem Interview schaute der Oscar-Preisträger auch auf Exzesse und Millionenschulden zurück. Zeitweise besaß er viele Luxus-Immobilien, darunter Schloss Neidstein in der Oberpfalz.

Er habe rund sechs Millionen Dollar Schulden gehabt, aber alles beglichen, ohne Insolvenz anzumelden, versicherte Cage. Er habe viele Filme gedreht, das habe ihn in dieser „düsteren“ Zeit geholfen. Doch nicht nur des Geldes wegen steht Cage vor der Kamera. Schon als Kind habe er seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt, sagte er im Dezember. Mit vier oder fünf Jahren habe er die Leute im Fernsehen für „viel interessanter“ gehalten als die in seinem Umfeld. luw

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