Rubens’ Wohnhaus in Antwerpen wird massiv erweitert

Das kleine Rubenshaus wird bis 2027 massiv erweitert © APA/MARTIN FICHTER-WOESS

Nur wenige Städte sind mit einem Künstler so eng verbunden wie die flämische Metropole Antwerpen mit Peter Paul Rubens. Die eine halbe Million Einwohner zählende Stadt feiert den Barockmeister in jedem ihrer Museen und beinahe jeder ihrer Kirchen. Und nicht zuletzt lädt das Rubenshaus, in dem der Maler ein Vierteljahrhundert lebte und wirkte, Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit – bis dato. Denn ab 8. Jänner schließt das Haus im Zentrum der Stadt für fünf Jahre.

Der Grund: Das Stadtpalais wird massiv erweitert. So soll ein neues Empfangsgebäude an der Rückseite der Anlage entstehen, das wie der neugestaltete, pittoreske Garten bereits 2024 eröffnet werden soll. Mit dem eigentlichen Museum will man am 28. Juni 2027 fertig sein, passend zum 450. Geburtstag von Rubens.

Zuerst wird aber ein vom Büro Robbrecht en Daem entworfenes, eher minimalistisch gehaltenes Empfangsgebäude realisiert. Hier soll ein multimediales Erlebniszentrum entstehen, ein Cafe sowie ein Lesesaal für die umfangreiche Sammlung des Rubenianums, der nebenliegenden Forschungsinstitution. „Alle Anforderungen an ein Museum des 21. Jahrhunderts werden sich dort finden“, unterstrich Direktor Bert Watteeuw vor Journalisten.

Im Museum selbst geht es um Eingriffe, mit denen die Klimatechnik auf grüne Energie umgestellt und die Zugänglichkeit verbessert werden sollen. Auch wird die der Öffentlichkeit zugängliche Fläche um 50 Prozent erweitert. Der Portikus und Gartenpavillon wurden dabei schon in den vergangenen Jahren restauriert. Und auch der Garten bleibt nicht von der Neugestaltung verschont, hat der Starmodedesigner Dries Van Noten doch ein Konzept entworfen, nachdem der kleine Park je nach Jahreszeit in anderen Farben erstrahlt – mit Pflanzen, die zu Rubens’ Zeiten verwendet wurden.

Eigentlich war die Eröffnung des interaktiven „Rubens Experience Centers“ bereits für Herbst 2019 als Teil eines dreiteiligen Festjahres avisiert. Doch wie sooft bei Großprojekten erwiesen sich die Pläne noch als unausgereift, weshalb es zur Verzögerung kam. So wird das einstige Wohnhaus des Meisters, in dem er 1640 auch verstarb, nun also später für den Besucheransturm des 21. Jahrhunderts aufgerüstet. Denn bereits jetzt ist das Gebäude ein Pilgerort für die Rubens-Fans, unterhielt der Hausherr hier doch einst nicht nur seinen privaten Haushalt, sondern auch seine Malwerkstatt samt repräsentativem Garten.

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Ab 1613 baute der aus seinen Studienjahren in Italien zurückgekehrte Rubens sein neues Anwesen im Herzen der Altstadt im italophilen Stile. Vieles der heutigen Anlage wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert rekonstruiert, hatten die Erben die Immobilie doch verkauft und die neuen Besitzer über die Jahrhunderte das Haus nach ihren Vorstellungen verändert. Heute finden sich nicht nur Rubens-Werke, sondern auch zahlreiche seiner Schüler an den Wänden, darunter der beinahe ebenso berühmte Anthonis van Dyck.

rubenshuis.be

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