Themen, die Tradition haben

Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 legt „ersten Zwischenbericht“ vor

„Macht und Tradition“ ist einer der Programmschwerpunkte.
„Macht und Tradition“ ist einer der Programmschwerpunkte. © Salzkammergut 2024

„Mit dem Salzkammergut trägt zum ersten Mal eine alpine Region den Titel Kulturhauptstadt. Wir sind eine Notwendigkeit und wollen schauen, welches Potenzial, sich zu entwickeln, in der Region steckt“, so Kulturhauptstadt-Intendantin Elisabeth Schweeger bei einem Pressegespräch, im Rahmen dessen Programmlinien und einzelne Projekte für 2024 vorgestellt wurden.

Bei den Themen, die künstlerisch bearbeitet und zukunftsorientiert behandelt werden sollen, traf man dabei auf viele alte Bekannte. Die Raiffeisenlandesbank OÖ (RLB OÖ) wurde als Hauptsponsor für das Kulturhauptstadt-Projekt präsentiert.

„Kunst und Kultur sind ein wesentlicher Treiber zur Weiterentwicklung der Gesellschaft, aber auch des Wirtschaftslebens“, betonte RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller.

150 Projekte, 85 Prozent von regionalen Künstlern

95 Projekte seien bereits unter Dach und Fach, so Schweeger, rund 65 weitere sollen folgen. 85 Prozent der bisher fixierten Vorhaben werden von regionalen Künstlern und Vereinen getragen. Das Geschehen spielt sich an verschiedensten Orten (23 Gemeinden sind beteiligt) entlang von vier Programmlinien ab. „Macht und Tradition“, eine davon, dabei geht es um Salz als Wirtschaftsfaktor ebenso wie um Migrationsbewegungen einst und jetzt oder das Thema Sommerfrische. Im Rahmen von Projekten zur Erinnerungskultur entsteht eine Kooperation mit dem Lentos, die zu Ausstellungen in Linz, Lauffen und Bad Ischl führen wird, Raubkunst oder Restitution sind Stichworte dazu.

Auf der Hand liegt auch das Thema Handwerk, Schwerpunkt der Linie „Kultur im Fluss“. Das Projekt SCALA bringt in Bad Goisern Künstler und Handwerker zum Austausch und für diverse Veranstaltungen zusammen.

Durch das Kulturhauptstadtgeschehen zieht sich weibliche Kunst, da fallen auch große Namen wie VALIE EXPORT oder Elfie Semotan. Musik spielt freilich eine große Rolle, mit dem Brucknerjahr 2024 vernetzt man sich über große Konzerte in den Salinen. Mit Chören, Blasmusiken und Schützen wird ein Sound-Land-Art-Projekt gestartet, wo traditionelle Kunstformen mit zeitgenössischen Aspekten garniert werden. Am „European Music & Mobility Day“ soll Musik geballt auf den für den privaten Verkehr in der gesamten Region gesperrten Straßen stattfinden. Freuen darf man sich über ein ungewöhnliches Zusammentreffen, wenn Attwenger mit dem Countertenor Alois Mühlbacher Musik machen.

Zur touristischen Auseinandersetzung mit dem Salzkammergut („Sharing Salzkammergut“), auch eine der Programmlinien, gehört etwa das Projekt „Wirtshauslabor“ wo unter der Ägide des bekannten Goiserer Kochs Christoph Held von jungen Leuten das Konzept für eine Gaststätte entwickelt wird. „Simple Smart Buildings“ (Schiene „Globalokal — Building the New“) will Häuser für die Zukunft mit Materialien aus der Region wie Kalk, Lehm und Holz bauen und bietet dazu Workshops an.

Der bewährte Kurator und ehemalige Leiter des Festivals der Regionen, Gottfried Hattinger, bringt sich mit „Art Your Village“, das Künstler von auswärts mit heimischen Künstlern zusammenbringt, und „Salt.Lake.City“, wo es um die Geschichte des Salzabbaues und künstlerische Positionen dazu geht, ein. Die renommierte oö. Filmemacherin Ella Raidel gestaltet ein virtuelles Projekt in Regionalzügen.

Im Zuge einer Leerstandserhebung suche man nicht nur Spielräume, so Schweeger, sondern wolle auch sichtbar machen, welches Potenzial in der Region in dieser Hinsicht auch für die Zukunft vorhanden sei. Von insgesamt 25,8 Mio. Euro Budget sind 14,4 Mio. Euro für den künstlerischen Bereich vorgesehen, das sei auch angesichts aktueller Entwicklungen „knapp, aber wir werden damit auskommen“, so die Intendantin. Am 1. Dezember geht die Homepage (www.salzkammergut-2024.at) in neuer Gestalt online, auf der man sich über Projekte informieren kann. Freiwillige sind in verschiedensten Bereichen zur Mitarbeit eingeladen.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie ist Ihre Meinung?

Um Ihre Meinung zu posten, müssen Sie bei Facebook registriert und angemeldet sein.

Social Media Inhalt
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.