Waffenmeisterin nach „Rust“-Todesschuss vor Gericht

Nach dem Tod einer Kamerafrau beim Dreh des Westerns „Rust“ steht der erste Strafprozess an

Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde durch das Projektil tödlich getroffen. Der Revolver wurde nach dem Unglück am Filmset sichergestellt.
Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde durch das Projektil tödlich getroffen. Der Revolver wurde nach dem Unglück am Filmset sichergestellt. © Santa Fe County Sheriff's Office / AFP

Zweieinhalb Jahre nach dem tödlichen Vorfall am Film-Set des Westerns „Rust“ muss sich die Waffenmeisterin vor Gericht verantworten. Der Prozess in Santa Fe im sollte am Mittwoch (Ortszeit) mit der Auswahl von Geschworenen beginnen.

Die Amerikanerin, die bei dem Filmdreh für Waffen und Sicherheitsvorkehrungen mitverantwortlich war, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Ihr drohen bis zu 18 Monate Haft. Für das Verfahren sind rund zwei Wochen veranschlagt.

Auch Baldwin angeklagt

Hauptdarsteller und Produzent Alec Baldwin (65), der bei den Proben für eine Filmszene den Revolver abfeuerte, aus dem sich der tödliche Schuss löste, ist ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Der Termin für seinen Prozess steht noch nicht fest, ein Beginn des Verfahrens im Sommer ist wahrscheinlich. Beide haben die Vorwürfe wiederholt von sich gewiesen und auf nicht schuldig plädiert.

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2021 auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico. Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde durch das Projektil tödlich getroffen, Regisseur Joel Souza an der Schulter verletzt. Trotz der umfangreichen Ermittlungen sind weiterhin viele Fragen offen. Unklar ist etwa, wie die scharfe Munition ans Set gelangte. Die Waffenmeisterin hatte den Revolver geladen, der dann Baldwin gereicht wurde.

Waren Drogen im Spiel?

Mitarbeiter der Filmcrew hatten sich über mangelnde Sicherheit am Set beschwert. Die unerfahrene Waffenmeisterin sei überfordert gewesen, hieß es. Laut Zeugenaussagen soll sie nach der Arbeit Alkohol und Drogen konsumiert haben. Auch soll sie Kokain an jemanden weitergegeben haben, um so ein mögliches Beweismittel in den Ermittlungen zu vertuschen. Ihr Anwalt, Jason Bowles, sprach im Juni vergangenen Jahres von Rufschädigung.

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