Weltmuseum Wien widmet sich 2024 Kamelen und Koran

Weltmuseum setzt auf Jahresthema „Zusammenleben“ © APA/Weltmuseum Wien/Imam Guseinov

Das Thema „Zusammenleben“ bestimmt 2024 das Programm im Weltmuseum Wien. Die Spanne der Sonderausstellungen reicht dabei von der umfassenden Schau „Auf dem Rücken der Kamele“ über eine Auseinandersetzung mit dem „Koran in Europa“ bis zu zwei Projekten im Rahmen von „zam“ zu indigener Kunst aus Brasilien sowie der materiellen Diversität von Sammlungsobjekten. Im Herbst gibt man mit „A Glance at Pants“ schließlich einen Ausblick auf das Jahresthema 2025: „Wer hat die Hosen an?“

Wer 2025 an der Spitze des Weltmuseums stehen wird, wenn der derzeitige Direktor Jonathan Fine Generaldirektorin Sabine Haag im Kunsthistorischen Museums ablösen wird, soll sich bis zum Sommer 2024 entscheiden, wie Fine auf APA-Nachfrage sagte. Die entsprechende Ausschreibung für den Posten soll im Frühjahr erfolgen. Er sei jedenfalls schon auf die Bewerbungen gespannt, da sich das Weltmuseum seit seiner Neuaufstellung 2017 zu einem „Vorreiter in Europa“ entwickelt habe, so Fine, der sich zunächst aber auf die kommenden Ausstellungen freut.

Den Anfang macht ab 27. Februar „Auf dem Rücken der Kamele“, das das Zusammenleben von Menschen mit Alpakas, Lamas, Trampeltieren und Dromedaren nachzeichnet. „Damit wollen wir zeigen, welchen Einfluss die Tiere, die zusammenfassend als Kameliden bezeichnet werden, auf jene Gesellschaften haben, deren Teile sie sind.“ Der thematische Bogen werde sich von den Urkamelen Nordamerikas über deren weltweite Verbreitung und das veränderte Verhältnis zu den Tieren im Zuge des Kolonialismus spannen. Die Schau werde als Beitrag zum von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Jahr der Kameliden“ stattfinden.

Die Rezeptionsgeschichte der Heiligen Schrift des Islams steht im Fokus der Schau „Der Koran in Europa“ ab 18. September. Mittels historischer Objekte und zeitgenössischer Kunstwerke und Medieninstallationen soll die Bedeutung des Werks in der europäischen Geschichte und Gegenwart erkundet werden. „Es ist wichtig für ein Haus wie das unsere, sich der menschlichen Kultur zu widmen und sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen“, so Fine. Apropos zugänglich: 2024 werden weitere Bemühungen, das Weltmuseum inklusiv und barrierefrei zu machen, vorangetrieben. So sollen etwa Saaltexte adaptiert werden.

In der partizipativen Schiene „zam“ im ehemaligen „Korridor des Staunens“ widmet man sich ab 24. April „(Un)Known Artists of the Amazon“, in der die indigene Kunst Brasiliens „und deren veränderte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit“ thematisiert wird. Parallel dazu eröffnet eine Schau, die sich der eigenen Sammlung unter dem Aspekt der Materialität widmet: In „Von allem etwas“ wirft man einen Blick auf die materielle Diversität von Sammlungsobjekten. Ziel sei ein „begehbares Materialkundelexikon“, so Fine. Am 26. Oktober öffnet schließlich im „zam“ ein Ausblick auf 2025: „Hosen sind ein gängiges Kleidungsstück, aber was wissen wir wirklich über sie?“, heißt es in der Ankündigung. Dabei stehen Beinkleider aus der Sammlung des Weltmuseums neuen Kreationen gegenüber. Geplant sind auch zahlreiche Veranstaltungen als „diskursives Horsd’œuvre“ zur großen Sonderausstellung 2025.

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Mit dabei ist das Weltmuseum Wien mit seinen Ausstellungen auch bei der „Klima Biennale“ (5. April bis 14. Juli); zudem werden wieder Feste wie das Chinesische Neujahr, das Brasilianische Kulturfestival sowie der „Día de Muertos“ gefeiert. Darüber hinaus wird es ab Februar neue Öffnungszeiten geben: Das Weltmuseum Wien wird dann von Dienstag bis Sonntag geöffnet haben, statt wie bisher von Donnerstag bis Dienstag.

weltmuseumwien.at

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