Wien macht 2024 zum Jubiläumsjahr für Arnold Schönberg

Arnold Schönberg hätte sich über ein buntes Jubiläumsprogramm gefreut © APA/dpa/-

Im musikalischen Kosmos feiert man 2024 nicht nur ein Bruckner-Jahr, sondern auch ein Schönberg-Jubiläum. Am 13. September vor 150 Jahren wurde der Neutöner in Wien geboren und sollte in den Folgejahrzehnten den klassischen Kanon mit seiner Zwölftonmusik revolutionieren. Entsprechend groß wird in der Heimatstadt des Komponisten gefeiert. Alleine von Jänner bis Juni sind rund 130 Veranstaltungen an 16 Orten angesetzt, wie bei einem Pressegespräch am Mittwoch enthüllt wurde.

26 Institutionen fungieren dabei als Partner für die umfangreichen Feierlichkeiten zum Zwölftonsetzer, die Konzerte ebenso umfassen wie Lesungen, Inszenierungen oder auch ein Videospiel. Den Nukleus stellt dabei das Arnold Schönberg Center dar, das gemeinsam mit Wien Modern und unterfüttert von 250.000 Euro Sonderförderung durch die Stadt die Koordination der Vorhaben unter dem Label „Schönberg 150“ übernommen hat.

Gleich den Auftakt des Jubiläumsjahres gestaltet man im Center selbst, wenn ab 17. Jänner die Ausstellung „Arnold Schönberg & Karl Kraus“ zu sehen ist, die einen weiteren Jahresjubilar mit ins Boot holt. Am 29. Mai folgt „Mit Schönberg Liebe hören“, kündigte Direktorin Ulrike Anton an. Und ebenfalls im Center findet am 13. Februar die Weltpremiere eines Single Player Virtual Reality-Games statt, das vom Staatstheater Augsburg konzipiert wurde und die Spielenden in die Welt von Schönbergs „Erwartung“ entführt, wo sie Aufgaben lösen müssen, damit die Musik weitergeht.

Zentral solle die Vermittlung im Fokus sein, aber auch Neues entstehen, begründete Wien-Modern-Intendant Bernhard Günther das Engagement seiner Institution, obgleich „Schönberg von uns aus gesehen – mit Respekt – bereits Alte Musik ist“. Es gehe um Impulse wie eine Idee von Marino Formenti, der sich im Frühjahr mit Kamera und Piano in den öffentlichen Raum Wiens aufmacht. Und geballt werde Schönberg dann beim Festival im Herbst präsent sein. Im Grundprinzip orientiere man sich dabei an Billy Wilders goldenen drei Regeln: „Du sollst nicht langweilen. Du sollst nicht langweilen, und Du sollst nicht langweilen.“

An diese Maxime halten möchte sich auch das MusikTheater an der Wien, das ab 26. April im Reaktor das interaktive Vorhaben „Freitag, der Dreizehnte“ präsentiert, bei dem man in bester Berliner, kabarettartiger Tradition einen umfassenden Blick auf das Œuvre der „Wunderwerke“ des Komponisten werfen wolle, unterstrich TaW-Intendant Stefan Herheim. Ins MuTh lädt indes das Superar-Projekt für Kinder für seine Sommerkonzerte mit Schönberg, während der Musikverein unter anderem die „Gurre-Lieder“ am 13. September – also dem Schönberg-Geburtstag – am Ort ihrer Uraufführung erneut erklingen lässt, wie Intendant Stephan Pauly ankündigte.

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In den Ausstellungsreigen klinkt sich ab 5. März auch die mdw im Exilarte Zentrum mit „Triangel der Wiener Tradition“ ein, die neben Schönberg auch Zemlinsky und Hoffmann beleuchtet und von zahlreichen Veranstaltungen flankiert wird. Aber auch im Forschungsbereich werde man den Spuren des Jubilars folgen, unterstrich Rektorin Ulrike Sych. Und nicht zuletzt steigt auch die Publikationsdichte im Jubiläumsjahr. Hierzu zählt das neue „Schönberg-Handbuch“, herausgegeben vom Schönberg Center.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hob die Rolle des Musikdenkers Schönberg hervor, der nach wie vor das Musikverständnis präge. Entsprechend würdig sei das geballte Jubiläumsprogramm. „Mainstream ist diese Musik nach wie vor nicht. Sie ist eine Schule des Hörens“, so Kaup-Hasler. Und diese Schule wolle man breit in die Gesellschaft tragen.

schoenberg150.at

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