Kulturrat Österreich urgiert finanzielle Unterstützung

Der Kulturrat Österreich, ein Zusammenschluss der Interessenvertretungen von Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden, verlangt “zugesagte und bisher nicht (ausreichend) realisierte finanzielle Unterstützung”. Die am Freitag angekündigte Verdoppelung der Soforthilfe aus dem Covid-19-Fonds des Künstlersozialversicherungsfonds auf 1.000 Euro sei “ein erster Lichtblick”.

Kunst- und Kulturschaffende bräuchten “existenzsichernde, nachhaltige Unterstützung und Förderstrukturen” sowie eine Lösung für Ausfallhonorare, so der Kulturrat. Nötig seien auch “konkrete Vorgaben, unter welchen Bedingungen was wie möglich sein wird”. Entsprechende Vorschläge habe man der Regierung übermittelt.

Der Intendant des Kultur.Sommer.Semmering, Florian Krumpöck, wiederum sprach sich für eine Aufwertung des derzeitigen Staatssekretariats zu einem “überparteilich und unabhängig besetzten Experten-Ministerium für Kunst und Kultur” aus. Die Regierung unter Brigitte Bierlein habe bewiesen, “dass parteiunabhängige ExpertInnen trotz oder vor allem wegen ihrer politischen Außenseiterfunktion in der Lage sind, Ressorts gemäß jeweiliger Kernkompetenzen zu verwalten”.

Bei der Erlaubnis von Veranstaltungen ab 29. Mai fehlt Krumpöck die Beantwortung der “Gretchenfrage” nach der Adaption der Abstandsregel. “Eine Obergrenze von 100, 250, 500 oder gar 1.000 Besuchern löst die Problematik der wirtschaftlich sinnvollen Bestuhlung nicht.” Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) hätten diese Frage negiert. “Eine Übersetzung der geltenden Gastronomieverordnung, die es vier Menschen aus nicht demselben Haushalt ermöglicht, ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Mindestabstand gemeinsam zu tafeln, hätte zwei Minuten dieser einstündigen Pressekonferenz beansprucht und wurde nicht einmal angesprochen.”

Wie ist Ihre Meinung?