Kunstaktion: Die Schöpfung

Über mehrere Wochen arbeitete der bekannte Wiener Künstler TOMAK mit Kollegen aus der Kunstwerkstatt des Diakoniewerks in Gallneukirchen an Werken, die nun zu einem überdimensionalen Fries, in dem es um die Schöpfung geht, verwoben werden. Präsentiert wird es dann Mitte September im AKTIONSRAUM LINkZ.

TOMAK (l.) und Christian Öllinger, Künstler der Kunstwerkstatt des Diakoniewerks, vor dem überdimensionalen Fries © Ness Rubey

Als einer der herausragenden gegenwärtigen Künstler Österreichs beeindruckt und bewegt TOMAK sein Publikum seit bald dreißig Jahren mit Malereien, Zeichnungen, Skulpturen oder Performances von sehr dichter Ausdruckskraft. Sein neues Ausstellungsprojekt bringt ihn zurück nach Linz, wo er 2015 den von Karin und Johann Brandstetter gegründeten autonomen Kunstraum AKTIONSRAUM LINkZ eröffnet hat.

Unter dem Ausstellungstitel „Die Schöpfung. Vornehm unbequem“ arbeitete er über mehrere Wochen hinweg mit Künstlerinnen und Künstler der Kunstwerkstatt des Diakoniewerks. Sein klares Ziel dabei ist, ihnen künstlerisch zu mehr Lautstärke zu verhelfen. „Ihre Arbeiten sind hochkünstlerisch. Sie ermöglichen eine neue Wahrnehmung. Genau das macht Kunst aus“, so der Wiener. Im Rahmen eines „offenen Ateliers“ wurden die bis dato entstandenen Werke präsentiert.

In den nächsten Wochen entsteht daraus ein riesiges Fries, in dem die Arbeiten von TOMAK und die der Künstlerinnen und Künstler der Kunstwerkstatt ineinander verwoben werden. Mitte September wird dann die Eröffnung der Ausstellung im AKTIONSRAUM LINkZ in Linz Urfahr sein.

Viele Assoziationen mit der Farbe Rot

Die von TOMAK vorgegebene Farbe Rot vereint ihre unterschiedlichen Assoziationen für Liebe, Feuer und Blut, aber auch ihre liturgische Verwendung für den Spiritus sanctus. Als Spritus Rector hat sich der Künstler mit Siebdrucken von organischen Formen in Rot, wiederkehrende Sujets wie Herz-, Rückgrat und Darmwindungen, in den Fries eingebracht. Je nach Arbeitsweise der Künstler wird direkt auf die Leinwand gemalt oder werden Arbeiten am Papier als Einzelstudien in die Gesamtheit des Bildraumes montiert. Die Künstler haben die Basis zum mechanisch funktionerenden Körper demontiert und umgedichtet.

Der so entstehende Imaginationsraum bebildert mit ausdrucksstarken, gemalten Figuren von Christian Öllinger, Gitterstrukturen von Gertraud Gruber oder sehr verdichteten Zeichnungen von Erika Staudinger, die mit Wort-Bildstrukturen überlagert werden, in denen Josef Landl zum Thema Schöpfung arbeitet. Dazu werden thematisch geometrische Figuren und Gedankenstrukturen von Jutta Steinbeiß, Herwig Hack, Rosemarie Heidler, Johanna Rohregger und Gunter Zehetner verwoben.

Fotografin Heidi Pein porträtiert das künstlerische Team in Schwarz-Weiß-Abbildungen. Kuratiert wird die Ausstellung von Roman Graner vom Grazer Bruseum.

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