Kunstraub im Stift Kremsmünster: Strafanträge gegen Pater, Händler

Staatsanwaltschaft wirft Ex-Kustos schweren Diebstahl mit Schaden von 35.000 Euro und Linzer Antiquitätenhändler Hehlerei vor

Für großes Aufsehen haben Mitte Jänner 50 über die Jahre verschwundene Werke aus der Kunstsammlung des Stiftes Kremsmünster gesorgt.

Ins Visier der Justiz geriet nach einer Anzeige des Stiftes ein Kloster-Angehöriger, gegen den die Staatsanwaltschaft Steyr nun einen Strafantrag wegen schweren Diebstahls eingebracht hat.

Allerdings werden dem 55-jährigen Mann, der rund zwei Jahrzehnte als Kustos für die Kunstsammlung zuständig war, nur ein Teil der verschwundenen Werke (Gemälde, Reliefs, Kupferstiche, Bücher und Kerzenständer) mit einer Schadenssumme von 35.000 Euro zur Last gelegt. Diese soll er 2018 gestohlen haben.

„Es sind auch schon vor seiner Zeit im Stift Gegenstände weggekommen. Jedoch mussten wir die Ermittlungen gegen Unbekannt einstellen, weil es keine Ermittlungsansätze gibt“, erläutert Pressespecher Andreas Pechatschek im VOLKSBLATT-Gespräch.

Bis zu zwei bzw. drei Jahre Haft drohen

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Einen weiteren Strafantrag hat die Anklagebehörde gegen einen 30-jährigen Linzer Antiquitätenhändler wegen des Vorwurfs der Hehlerei eingebracht. „Der Mann soll im Wissen des Diebstahls ein Bild im Wert von 15.000 Euro erworben haben.

Außerdem soll der Mann dem Pater im Jahr 2020 dabei geholfen haben, einen Teil des Diebesguts im Zuge einer freiwilligen Nachschau im privaten Depot des Ordensmannes zu verheimlichen, indem er Werke an sich genommen hat“, erläutert Christoph Mayer, Pressesprecher des Landesgerichts Steyr. Strafdrohung: Bis zu zwei Jahre Haft.

Ein Prozesstermin gegen den Pater, der die Gegenstände verkauft haben soll, um Geld für die Restaurierung anderer Kunstgegenstände zu lukrieren, steht noch nicht fest. Laut Mayer ist aber Ende März, Anfang April ein realistischer Zeitraum. Dem Mitbruder drohen nicht nur bis zu drei Jahre Haft, sondern auch der Ausschluss aus dem Orden.

Von Heinz Wernitznig

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