Kurz empfängt Nehammer und Anschober zu Gesprächen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) lädt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstagnachmittag zu Gesprächen über die aktuelle Corona-Situation ins Kanzleramt. Dabei soll insbesondere die Situation rund um die Reiserückkehrer und die Gesundheitskontrollen an den Grenzen erörtert werden. Derweil gibt es 295 Neuinfektionen in Österreich.

Im Anschluss soll es um 17.00 Uhr ein Statement vor der Presse geben. Laut Informationen aus dem Kanzleramt hat Kurz bereits am Wochenende erste Gespräche mit Vertretern der Bundesländer und Anschober geführt, um die Situation, die sich “aufgrund der vielen infizierten Reiserückkehrer vom Westbalkan, der Türkei und auch Kroatien” zugespitzt habe, zu erörtern, hieß es aus dem Kanzleramt zur APA.

Von Montag auf Dienstag wurden laut Innenministerium in Österreich 295 bestätigte Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 registriert, etwa die Hälfte davon in Wien. Bisher gab es in Österreich 23.829 positive Testergebnisse. Mit aktuellem Stand sind österreichweit 729 Personen an den Folgen von Covid-19 verstorben, 20.870 Patienten sind wieder genesen. Derzeit befinden sich 116 Personen aufgrund des Corona-Virus in Krankenhausbehandlung, davon 19 auf einer Intensivstation.

Das Durchschnittsalter der SARS-CoV-2-Infizierten sinkt dabei offenbar immer mehr. Vergangene Woche hatte Anschober noch von einem Durchschnittsalter von 33,7 Jahren gesprochen, am Dienstag waren es nur mehr 32,2 Jahre. “Die Personengruppe zwischen 15 und 24 ist die mit Abstand größte Gruppe”, so Anschober. Er appellierte daher an die Jugendlichen: “Verantwortung übernehmen, vorsichtig sein und die grundsätzlichen Maßnahmen wie Hygiene, Abstandsregelungen und, wo erforderlich, Mund-Nasen-Schutz konsequent beachten. Nur dann schaffen wir es, sicher durch die nächsten Monate zu kommen!”

Insgesamt zeigt sich in den vergangenen drei Wochen laut den Zahlen der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) eine massive Zunahme von Infektionen bei Rückkehrerinnen und Rückkehrern aus Kroatien: Waren es vor drei Wochen lediglich neun, in der vorletzten Woche 39, so sei diese Zahl in der vergangenen Woche “dramatisch” auf 190 angestiegen.

Das österreichweite freiwillige Testprogramm für zwischen dem 7. und dem 16. August aus Kroatien Zurückgekehrte werde enorm in Anspruch genommen und hätte am Montag bei 1450 eine Rekordmenge von 43.000 Anrufen gesorgt. Die Gratis-Testungen für Rückkehrerinnen und -Rückkehrern aus dem genannten Zeitraum könnten noch bis Ende dieser Woche via 1450 urgiert werden.

Indes wird das Drive-In- und Walk-In-Testcenter am Vorplatz des Wiener Ernst-Happel-Stadions, in dem sich zurück gekehrte Kroatien-Urlauber kostenlos auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen können, weiter massiv frequentiert. Am Montag wurden rund 1.400 Proben entnommen, wie ein Sprecher von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA am Dienstag mitteilte.

Die Teststraße war am ersten vollen Betriebstag – am Sonntag wurde erst zu Mittag gestartet – wieder bis 2.30 Uhr geöffnet. Sie darf von Personen mit Hauptwohnsitz in Wien angesteuert werden, die jedenfalls noch bis Freitag vorbeikommen dürfen. Die Station hat im Regelbetrieb von 6.00 bis 21.00 Uhr geöffnet. Stadtrat Hacker hat bereits angedeutet, dass die Einrichtung verlängert werden könnte und dann auch für Reiserückkehrer aus anderen Ländern oder den Bundesländern zur Verfügung stehen könnte.

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