Kurz tippt in Berlin auf Schwarz-Grün

Türkis-grünes Modell könnte „eine gewisse Vorbildfunktion“ für Deutschland haben

Kanzler Kurz beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Grüne als neue Sozialdemokratie...
Kanzler Kurz beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Grüne als neue Sozialdemokratie... © APA/BKA/Melicharek

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rechnet damit, dass es nach der nächsten Bundestagswahl in Deutschland eine schwarz-grüne Koalition geben wird. Für Deutschland könne „unser Modell eine gewisse Vorbildfunktion haben“, sagte Kurz am Freitag beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.

„Ich würde mich sogar wetten trauen, dass eine ähnliche Konstellation für Deutschland nach der nächsten Wahl nicht unwahrscheinlich ist“, so Kurz. Dass das Modell einer Großen Koalition (wie es in Berlin noch existiert, Anm,) „nicht funktioniert, das hat Österreich eindrucksvoll bewiesen“. Die letzten Jahre der rot-schwarzen Regierung seien nur noch „von Stillstand, Missgunst und einer wechselseitigen Blockade“ geprägt gewesen.

Grüne ersetzen Sozialdemokraten

Was die Vorbildfunktion von Türkis-Grün für andere Staaten betrifft, zeigte sich Kurz zurückhaltender und verwies diesbezüglich auf die unterschiedlichen Regierungsformen. Er glaube aber, „dass die europäische politische Landschaft in Summe bunter wird“. Kurz: „Die Grünen werden eine stärkere Rolle einnehmen. Ich wage die These, dass sie in vielen Ländern die Sozialdemokraten ersetzen werden“, weil sie die Wähler als „modernere“ Mitte-Links-Partei ansehen.

Eine aktuelle Umfrage bestätigt diese These: Die deutschen Grünen setzen im am Freitag vom ARD-Morgenmagazin veröffentlichten „Deutschlandtrend“ ihren Höhenflug fort: CDU/CSU kommen gemeinsam auf 26 Prozent (minus eins). Die Grünen legten einen Prozentpunkt zu und liegen mit 24 Prozent knapp dahinter. Die SPD konnte zwar einen Punkt dazugewinnen und zog mit der AfD gleich, bleibt aber mit 14 Prozent im Tief. FDP und Linke liegen beide bei acht Prozent.

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