KZ-Gelände Gusen: Polen will nicht mehr kaufen

Van der Bellen macht polnischem Amtskollegen Duda klar: Österreich kümmert sich selbst darum

Verständnis für Interesse an Gusen-Gedenkstätte: Bundespräsident Van der Bellen mit Staatschef Duda. © APA/Bundesheer/Lechner

Das ehemalige Konzentrationslager Gusen in Oberösterreich, ein Außenlager des KZ Mauthausen, war am Dienstag Thema bei einem Treffen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seinem polnischen Amtskollegen Andrej Duda in Krakau. Warschau hatte Interesse am Kauf der „Überreste“ des früheren Vernichtungslagers gezeigt. Die türkis-grüne Regierung hält in ihrem Regierungsprogramm aber fest, die Gedenkstätte selbst erwerben zu wollen.

Auf die Frage, ob das Kaufinteresse Polens nun vom Tisch sei, antwortete Van der Bellen: „Ich denke schon, wenn von der österreichischen Seite ein bisschen Tempo gemacht wird in dieser Angelegenheit.“ Duda habe sich nicht detailliert geäußert, aber gedankt, dass sich Österreich um die Neugestaltung der Gedenkstätte kümmert. Das Interesse Polens könne er nachvollziehen. In Gusen „waren zehntausende Polen“ ums Leben gekommen, darunter auch „große Teile der polnischen Intelligenz“, so Van der Bellen.

Im Streit zwischen der EU und Polen um die Justizreform hofft der Bundespräsident, „dass das irgendwie noch einvernehmlich geregelt werden kann, ohne die ganze Strenge des Artikel 7-Verfahrens anzuwenden“.

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