KZ Mauthausen: Gedenken ohne Grenzen

75 Jahre Befreiung: Online-Feiern mit 30.000 Sehern aus 24 Ländern — Stelzer: „Erinnern ist unsere Pflicht!“

Geschätzte 30.000 Menschen aus 24 Ländern nahmen am Sonntag an der virtuellen Internationalen Befreiungsfeier teil. Gemeinsam gedachten sie unter dem Thema „Menschlichkeit ohne Grenzen“ der Befreiung des KZ Mauthausen vor 75 Jahren und den Millionen Toten, die das nationalsozialistische Terrorregime gefordert hat.

Der Tag begann mit einer Kranzniederlegung in der KZ-Gedenkstätte mit Vertretern des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), der Österreichischen Lager- gemeinschaft Mauthausen und des Comité International de Mauthausen.

Die virtuelle Befreiungsfeier konnte entweder über Streamingdienste oder auf ORF III mitverfolgt werden. Nach der internationalen Begrüßung und der Verlesung des Mauthausen Schwurs in 17 Sprachen durch Jugendliche folgte die Begrüßung durch MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi.

Den Höhepunkt bildeten Überlebende und Zeitzeugen, die aus der ganzen Welt teilnahmen. „Die Botschaft an die Welt lautet: Stoppt jegliche Form von Rassismus, Faschismus und Antisemitismus. Wiederholen Sie nicht, was in der Vergangenheit geschah“, so der Appell des KZ-Überlebenden Daniel Chanoch.

„Tief in unserem Bewusstsein verankert, sollen die Wörter der Überlebenden nie verhallen“, sagte LH Thomas Stelzer, der betonte: „Erinnern, Verantwortung zeigen, darüber reden und nie vergessen, das ist unsere Pflicht!“

„Wir dürfen diese dunklen Seiten unserer Geschichte niemals vergessen.“, stellte auch Kanzler Sebastian Kurz klar. Es sei 75 Jahre nach der Befreiung unsere Pflicht, sich an die unvorstellbaren Gräu- eltaten und Verbrechen, die im Nationalsozialismus begangen wurden, zu erinnern.

Opfer und Täter

„Wir erinnern uns daran, dass Österreicherinnen und Österreicher nicht nur Opfer, sondern auch Täterinnen und Täter waren. Denn nur wer erinnert, kann auch aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.“

„Wir sind es den Opfern des Holocaust schuldig, die Erinnerung an sie zu bewahren. Wir haben sechs Millionen Gründe zu gedenken. Erinnerung gehört zu unserer Identität“, so Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. „Mauthausen ist das steingewordene „Niemals wieder!“. „Niemals wieder“ bedeutet heute: keine Toleranz gegenüber Rassismus, keine Toleranz gegenüber Antisemitismus. Die Menschenwürde ist unteilbar“, betonte Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

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