L. Lewandowski: 18 Liturgical Psalms

Eine Entdeckung für Freunde geistlicher Musik hat Deutsche Grammophon für seine Hörer aufgenommen. Nämlich die Weltersteinspielung von „Achtzehn Liturgischen Psalmen“ des Pioniers der modernen jüdischen liturgischen Musik Louis Lewandowski (1821-1894).

In seinem stark von Mendelssohn-Bartholdy beeinflussten Stil hat er die westliche Musiktradition mit dem jüdischen Synagogengesang verbunden. Zur Zeit der Entstehung der Sammlung 1879 stand auf der Titelseite, geschrieben für „Solisten, Chor und Orgel“.

In den Synagogen waren damals gemischte Chöre und Orgeln verboten. Lewandowski brach mit der Tradition. Seine rekonstruierte Sammlung entstand für „Soli, vierstimmigen gemischten Chor und Orgel“. Die größte Neuigkeit bei seiner Arbeit war für ihn, dass die hebräischen Psalmen deutsch gesungen wurden.

Hier geschieht dies in einer auffallend präzisen Artikulation. Der Dirigent Andor Izsák glaubte die Originalpartitur längst verschollen. Mit umso mehr Gründlichkeit nahm er sich der Neuedition als Herausgeber bei Breitkopf & Härtel an. Die Ersteinspielung ist also als sein Verdienst zu werten.

Für seinen Einsatz fand er die besten Interpreten in dem homogen musizierenden Ungarischen Rundfunkchor und in den Solisten Lúcia Megyesi Schwartz mit einer instrumental geführten Mezzostimme, dem Alt von Viola Thurnay, Tenor Gábor Pivarcsi und Bass Szabolcs Hámori. Den Orgelpart übernahm Márton Levente Horváth.

Hörprobe:

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