Länder gehen gegen Gaming-Anbieter vor

Schweizer stimmten für Restriktionen, Briten beschränken Einsätze, Polen schotten sich ab

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Viele Länder nehmen Online-Gaming ins Visier.
Viele Länder nehmen Online-Gaming ins Visier. © dpa/Heimken

Europa und das Online-Glücksspiel – das ist eine Geschichte vieler rechtlicher Missverständnisse. Alle Bestrebungen einen einheitlichen europäischen Markt zu schaffen scheiterten bisher. Zu unterschiedlich sind die unterschiedlichen Zugänge der Länder, das Glücksspiel in geregelte Bahnen zu lenken. Von Monopolanbietern samt IP-Blockaden gegen alternative Anbieter bis zu einem liberalen Konzessionssystem reichen die Ausformungen.

Erst am Sonntag votierten die Schweizer mit großer Mehrheit (mehr als 70 Prozent) für ein neues Glücksspielgesetz, das ausländische Anbieter von Online-Wetten vom Schweizer Markt ausschließt. Künftig dürfen nur noch zertifizierte Casinos und Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Glücksspiele anbieten, sowohl off- als auch online. Vergangenes Jahr ging Polen einen ähnlichen Weg, dort darf nur mehr ein polnischer Anbieter Online-Glücksspiele betreiben. Der heimische Glücksspielanbieter Bet-at-home mit Sitz in Linz klagt in Polen bereits dagegen und will die Causa nicht zum ersten Mal vor den Europäischen Gerichtshof bringen.

Öffnung durch Lizenzen

In anderen Ländern vergibt man dagegen mehrere Online-Lizenzen und kanalisiert so das Spielaufkommen in reglementierte Wege. In Dänemark, wo Online-Lizenzen ohne zahlenmäßige Beschränkungen vergeben werden, führte das dazu dass innerhalb eines Jahres mehr als 95 Prozent des Spielaufkommens im Internet über lizenzierte Anbieter liefen. In Schweden ist ein ähnliches System in Vorbereitung, Großbritannien hat ein solches bereits eingeführt. Dort geht man dafür hart gegen Automaten-Casinos vor. Die Regierung kürzte bei sogenannten Fixed-odd-betting-terminals – meistens Roulette-Automaten – den Maximaleinsatz von 100 auf 2 Pfund. Allein die Ankündigung dieser Aktion Anfang des Jahres ließ die Aktien von Anbietern wie William Hill oder Ladbrokes im zweistelligen Prozentbereich einbrechen.

cs