Lässig

Der Tesla Model S lädt zum lässig, entspannten Fahren ein. Allerdings beherrscht der E-Flitzer auch das rasante Metier.

Text & Fotos: Oliver Koch

Auf dem Markt der Premium-Elektroautos hat Tesla mit Model S und Model X quasi ein Monopol. Und immer mehr dieser US-Fahrzeuge tummeln sich auch auf Österreichs Straßen. Die Akzeptanz für die Stromer steigt ja stetig, das hängt auch mit dem dichter werdenden Ladenetz zusammen.

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Nun wartet der Model S in der stärksten Variante P100D auf seinen Einsatz. Das knapp fünf Meter lange Auto ist mit allem ausgestattet, was Tesla in der Schatzkiste zu bieten hat: 21-Zoll-Felgen, Schiebedach, Carbon-Spoiler, das komplette Premium-Paket. Im luftigen Innenraum thronen die maximal fünf Passagiere auf Ledergestühl. Knöpfe hat Tesla – bis auf zwei – aus dem Auto verbannt. Gesteuert wird alles via 17-Zoll-Touchscreen beziehungsweise kann der Fahrer auch auf dem wuchtigen Lederlenkrad einige Funktionen und Anzeigen ansteuern. Die Mehrausstattung sowie die Akkus schlagen sich naturgemäß auf das Gewicht nieder: Der Wagen wiegt gut zwei Tonnen und preislich bewegt man sich in der absoluten Oberliga, nämlich bei 149.000 Euro.

Gestartet wird der Wagen mit dem Tritt auf die Bremse. Hören tut man nichts, ist ja schließlich ein E-Auto. Das ist schon mal lässig, bevor man den Ganghebel auf D für Drive stellt und lässig anfährt. Wobei selbst in dem Modus beschleunigt der Schlitten flott, wer auf noch sportlicheres Anfahrverhalten steht greift auf die Modi „Sportlich“ oder „Von Sinnen“ zurück. Bei Letzterem erreicht der 612-PS-Bolide nach 2,7 Sekunden die Hundertermarke – lautlos, versteht sich. Nahezu lautlos geht es auch im Innenraum zur Sache, der Tesla ist fantastisch gedämmt, zudem atmen die Passagiere pollenfreie Luft, wenn bei der Klimaanlage so eingestellt. Die wahre Kunst ist aber – und das ist die große Stärke des außen rund gehaltenen Fahrzeugs – das lässige Cruisen. Wegen der Rekuperation, das ist die Energierückgewinnung, ändert sich das Fahrverhalten des Lenkers automatisch. Gach anfahren und abrupt bremsen schlägt sich negativ auf die Reichweite nieder. Dank des Autopiloten fährt sich der 1435 Millimeter hohe Wagen auf Autobahnen wie von selbst. Selbst die Spurwechsel sind automatisiert möglich. Lediglich die Hände muss man auf dem Lenkrad halten, doch so bleibt Muße um auf dem Touchscreen im Web zu surfen oder die Karte auf dem Bildschirm zu studieren. So wird das Fahren zur lässigen Angelegenheit. Eine lässige Einstellung zu Langstreckenfahrten sollte man aber mitbringen. Von Linz nach Wien und wieder retour an einem Tag geht dann mit Tempo 130 und Autopilot ohne großes Bauchweh und bangem Blick auf die Batterieanzeige, wenn zwischendurch eine 20-minütige Pause bei einem Supercharger (etwa in St. Valentin) eingelegt wird. In Sachen Verarbeitung hinkt Tesla – Stichwort Spaltmaße – noch der Premium-Konkurrenz hinterher. Das ist aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis da Gleichstand herrscht.

Fazit: Lässig, aber teuer.

Typenschein

Tesla Model S P100D

Preis: ab € 115.780,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 149.080,-; einen Tesla Model S (P75D) gibt es ab € 92.580,-
NoVA: 0 %
Garantie: 4 Jahre bis max. 80.000 km, 8 Jahre Garantie mit unbegrenzter Laufleistung auf Batterie und Antriebseinheit

Technische Daten:
Elektromotor: Drehstrom-Asynchronmotor mit 450 kW/612 PS Gesamtleistung, max. Drehmoment 967 Nm
Batteriekapazität: 100 kWh
Max. Reichweite (NEDC): 613 km
Normverbrauch: 200 Wh/100 km
Testverbrauch: 208 Wh/100 km
Getriebe: Stufenloses Automatikgetriebe
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7 s
Leistungsgewicht: 3,74 kg/PS

Eckdaten:
L/B/H: 4980/1970/1435 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2287/2720 kg
Kofferraum: 894 Liter
Reifen: 4 x 265/35 R21 101Y auf 21“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/ACC/LKA/RSR/TPMS/BSD
Airbags: 6