Land OÖ beurteilt Lage im Bezirk Perg als kritisch

Einige Gemeinden im Bezirk Perg sind in Oberösterreich derzeit die Sorgenkinder, was die Coronavirus-Infektionen betrifft. In Pabneukirchen, Bad Kreuzen, Dimbach und St. Georgen liegt die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner über 1.000.

Die Gesundheitsbehörde beurteilt die aktuelle Situation in den Gemeinden epidemiologisch als kritisch, hieß es auf Anfrage der APA vom Krisenstab des Landes.

Die bisherige Nachverfolgung habe gezeigt, dass die Infektionen von einer privaten Fallhäufung, einem örtlichen Unternehmen, einer Bildungseinrichtung und von verschiedenen Familien ausgehe.

Die Gesundheitsbehörde habe daher in den letzten Tagen bereits Maßnahmen gesetzt: Die Schulen wurden für die nächste Woche ins Distance Learning geschickt, die Kindergärten haben ihren Betrieb eingestellt. Eine unbedingt notwendige Betreuung sei aber weiterhin möglich. Es gebe eine umfangreiche PCR-Testaktion in Unternehmen, Schulen und Kindergärten. Gleichzeitig wurde die polizeiliche Überwachung in den Gebieten verstärkt. In Pabneukirchen und in Waldhausen starteten diese Woche regelmäßig betriebene Teststraßen.

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Gleichzeitig wird die Bevölkerung über die Bürgermeister mit Postwürfen informiert und aufgerufen die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit den Bürgermeistern, Unternehmen, Schulleitungen sowie der Bildungsdirektion Oberösterreich und dem Landeskrisenstab.

Der Bezirk Perg liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei 345 und ist damit auch Spitzenreiter in Oberösterreich. Laut Vorgabe der Bundesregierung sind ab dem Zeitpunkt, wenn die 7-Tages Inzidenz von 400 über sieben Tage lang anhält, Ausfahrtskontrollen vorgesehen. Dann dürfen die Einwohner nur noch mit einem negativen Testergebnis den Ort verlassen – wie auch in anderen Bundesländern bereits umgesetzt.

„Wir haben in einem Flächenbundesland wie Oberösterreich die Herausforderung, dass wir Bezirke nicht wie etwa in Tirol abriegeln können, weil die Zufahrtsstraßen klar sind“, sagte Carmen Breitwieser, Leiterin des Krisenstabes des Landes OÖ.

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Daher werden derzeit mit der Polizei und dem Bundesheer Konzepte erarbeitet, wie in den Bezirken Kontrollen aussehen können. Für jeden einzelnen Bezirk werde eine Strategie ausgearbeitet. „Wir hoffen allerdings, dass wir diese Konzepte nicht brauchen“, so Breitwieser.

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