Land OÖ gegen Hängebrücke in Linz

Bgm. Luger gegen Rechtsmittel – Vbgm. Baier begrüßt Landesentscheidung

Neues Rathaus Linz © Gina Sanders - stock.adobe.com

Das spektakuläre Projekt einer rund 500 Meter langen Hängebrücke über die Donau zwischen Planetarium und Linzer Zoo ist gescheitert.

Das Land OÖ stellte dem Magistrat Linz als Aufsichtsbehörde im Widmungsverfahren einen Versagungsbescheid zu. „Die negativen Auswirkungen auf den Natur- und Landschaftsschutz, die regionale Grünzone, Planungen des Bundes im Sinne der Gefährdung ökologischer Maßnahmen in Zusammenhang mit der A26 und forstfachliche Bedenken haben zur Versagung der zur Genehmigung vorgelegten Verordnung geführt“, gab der Linzer Bürgermeister Klaus Luger am Mittwoch bekannt.

Das anhängige Rodungsverfahren wäre grundsätzlich genehmigungsfähig, ohne Widmung erscheine eine weitere Verfolgung obsolet, plädierte das Stadtoberhaupt aber für eine pragmatische Vorgangsweise, die eine Revision gegen den Landes-Bescheid ausschließt.

„Gravierende Eingriffe in Naherholungsbereiche“

Seitens der Linzer ÖVP sprach Vbgm. Bernhard Baier von einer „absolut nachvollziehbaren Entscheidung“: Die Nachteile hätten ganz klar die Vorteile überwogen, so Baier. Die Umsetzung der Hängebrücke hätte gravierende Eingriffe in sensible Naherholungsbereiche nach sich gezogen und zudem den Bestand des Linzer Zoos nachhaltig gefährdet.

„Schon die Einleitung des Widmungsverfahrens hat die Linzer ÖVP kritisch beurteilt und daher ist die Entscheidung des Landes wohl die notwendige Korrektur und ein richtiger Schlussstrich unter dieses Vorhaben“, sagte Baier gegenüber dem VOLKSBLATT.

Projektbetreiber will Gespräch suchen

Während Umwelt-Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) von einen „Sieg für die Natur“ sprach und das Aus für das Projekt forderte, wollte sich der Wiener Projektbetreiber Hannes Dejaco gegenüber dem VOLKSBLATT zunächst noch nicht festlegen.

Später hieß es jedoch, „dass der aus OÖ stammende Architekt davon überzeugt sei, dass aufgrund der Projektgestaltung und im Vorfeld durchgeführten Erhebungen namhafter Experten auf dem Gebiet des Natur- und Landschaftsschutzes sämtliche raumordnungsrechtliche Hürden überwunden werden können“. Entsprechend werde man daher mit der Stadt Linz die Erhebung einer Beschwerde gegen den Landesbescheid diskutieren.

Wie berichtet wollte Dejaco rund 4,5 Mio. Euro in das Projekt investieren, das nach seinen Plänen bis zu 150.000 zahlende Besucher pro Jahr anlocken sollte.

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