Land OÖ will die Ortskerne stärken

LR Achleitner: „Wir starten im Juli mit 23 Gemeinden in drei Pilotregionen“

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„Wir brauchen eine Stärkung der Orts- und Stadtkerne anstatt einer Verbauung auf der grünen Wiese“, sagte am Mittwoch Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner in Kronstorf bei der Präsentation eines Aktionsprogramms des Landes OÖ, mit dem eine qualitätsvolle Verdichtung mit Nutztung von Leerständen und Brachflächen gefördert werden soll.

Wachsen nach innen

„Wachsen nach innen“, nennt es Achleitner und bei der Umsetzung seien zwei Hebel von Bedeutung: Mit einem Maßnahmenbündel im neuen Raumordnungsgesetz soll zum einen das Wachstum verstärkt in den Altbestand gelenkt werden.

Zum anderen sei es wichtig, Gemeinden und Städte sowie Immobilienbesitzer zu unterstützen, damit leer stehende Objekte nicht als Belastung, sondern vielmehr als Chance für eine zielgerichtete Nutzung mit wirtschaftlichem Potenzial gesehen werden.

„Hier setzen wir mit einem OÖ. Aktionsprogramm zur Orts- und Stadtkernbelebung durch Aktivierung von Leerständen und Brachen an“, betont Achleitner. Dabei geht es vor allem um sinnvolle Fördermaßnahmen, um Geschäfte und Gewerbebetriebe vom Ortsrand wieder zurück in die Mitte zu lotsen.

32 Millionen Euro

Den Beginn machen drei Pilotregionen mit insgesamt 23 Gemeinden, die sich schon jetzt aktiv mit den Herausforderungen der Orts- und Stadtentwicklung auseinandersetzen. Die Stadtregion Gmunden, die Stadtregion „Rund um Vöcklabruck“ und die „PowerRegion“ an der B309 zwischen Enns und Steyr gehen bereits länger einen kooperativen und gemeindeübergreifenden Weg in der Raumentwicklung.

„In engem Austausch mit diesen Regionen sollen Erfahrungen gesammelt werden, um bei Bedarf das angebotene Förderprogramm — für die Periode 2021–26 stehen 32 Mio. Euro zur Verfügung — besser auf die Bedürfnisse abstimmen und weiterentwickeln zu können“, so Achleitner.

Bei den Investitionsförderungen sollen zusätzlich EU-Gelder abgeholt werden, betont Achleitner weiters, dass Oberösterreich mit dem AKtionsprogramm in Vorleistung geht, weil künftig entsprechende Bundesförderungen folgen sollen.

Die Vorreiter-Regionen

„In Gmunden geht es vor allem darum, dass die Innenstadt am Traunsee als Wohn- und Lebensraum wieder attraktiv gemacht werden sollen“, nennt Gmundens Bgm. Stefan Krapf als Ziel für die Stadtregion mit acht Nachbargemeinden. Beim Stadtregionalen Forum „Rund um Vöcklabruck“ soll in sechs Gemeinden die Ortsmitte belebt werden.

„Der Bauernkrapfen muss wieder mit Marmelade gefüllt werden“, zeichnet Vöcklabrucks Bgm. Elisabeth Kölblinger ein kulinarisches Bild. Für die acht Gemeinden starke PowerRegion Enns-Steyr sollen „Denkräume“ geschaffen und dann mit sinnvollen Projekten befüllt werden, ist Kronstorfs Bgm. Christian Kolarik überzeugt, dass „wir nur gemeinsam etwas erreichen können“.

Von Harald Engelsberger

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