Land Rover Range Rover Sport: Sportlich, sportlich

Land Rover elektrifiziert weiter. So unterstützt im Range Rover Sport ein 48-Volt-Mild-Hybrid-System den 400 PS starken Reihensechszylinder. Dem Fahrspaß hilft das ungemein, den Spritverbrauch drückt das jedoch nur bedingt nach unten.

Seit 2005 führt die britische Autoschmiede Land Rover den Range Rover Sport in ihrem Programm. Der Fünfsitzer soll dabei vor allem jüngere Kunden ansprechen. In seiner aktuellen Version steht der 4,88 Meter lange All-Terrain-Wagen dominant auf den 21-Zöllern.

Der Unterschied zum klassischen Range Rover bildet die nach hinten abfallende Dachlinie, wohingegen die Türenpositionen geradlinig nach hinten verlaufen. Die LED-Rückleuchten wiederum ragen weit in die Kotflügel hinein und nehmen mit ihrer Lichtsignatur die Charakteristik der Frontscheinwerfer auf. Den Dachabschluss bildet dann ein kapuzenartiger Spoiler, der den Heckscheibenwischer quasi unsichtbar verschwinden lässt.

Typenschein

Land Rover Range Rover Sport HSE Dynamic P400

Preis: ab € 119.108,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 145.044,- unter anderem inklusive Sitzheizung € 1042,50, Fahrassistenz-Paket Premium € 8561,-, On-/Off-Road Paket € 1063,-, 220-Volt-Steckdose € 204,30, Dreizonen-Klimaautomatik € 967,40, Luftionisierung € 315,50 und Secure Tracker € 603,30; einen Land Rover Range Rover Sport gibt es ab € 86.099,-
NoVA/Steuer: 19 %/ € 2790,72 jährlich
Garantie: 3 Jahre bis maximal 100.000 km, 3 Jahre Mobilitätsgarantie, 3 Jahre Lackgarantie, 6 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 34.000 km bzw. alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R6 24V, Turbolader, Partikelfilter, 2996 cm³, 294 kW/400 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 550 Nm bei 2000-5000 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,9 s
Leistungsgewicht: 6 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 10,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 10,0 Liter
CO2-Ausstoß: 209 g/km
NOx: 0,0249 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4879/2073/1803 mm
Radstand: 2923 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2398/3050 kg
Kofferraum: 780-1686 Liter
Tank: 104 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 275/45 R21 110Y auf 21“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/ACC/LKA/RSC
Airbags: 6

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 213 mm
Böschungswinkel vorne: 26°
Hinten: 26,2°
Rampenwinkel: 21,2°
Wattiefe: 850 mm

Aber natürlich spielt auch im Premiumsegment das Thema Elektrifizierung eine immer größere Rolle. Daher haben die Land-Rover-Ingenieure den Range Rover Sport nun mit einer Kombination aus 400 PS starkem Reihensechszylinder mit Mild-Hybrid-System im Talon. Dabei versorgt die 48-Volt-Batterie nicht nur das Start-Stopp-System mit Strom, sondern auch den Twin-Scroll-Turbolader sowie einen elektrischen Verdichter.

Letzterer sorgt dafür, dass der Turbo schon bei niedrigen Drehzahlen arbeitet. Bei 1500 Touren wird der 2,4-Tonner quirlig, bei 2500 Touren rasant – und bei 4000 Touren brachial und laut. Dann prescht der Brite souverän vorwärts, beschleunigt auch bei Autobahngeschwindigkeiten ruckzuck in den Strafzettelbereich und gewährt dabei zudem das notwendige Maß an Sicherheit, wie es sich für ein Oberliga-Fahrzeug gehört.

Den Begriff Oberliga kann man dabei ruhig wörtlich nehmen, denn nicht nur die Verarbeitung ist innen wie außen top; auch der Einstieg in den ledergetränkten, opulenten und großzügig dimensionierten Fahrgastraum gerät ob der 213 Millimeter Bodenfreiheit zur fast schon sportlichen Kletterpartie. Jedenfalls bietet der Dreiliter-Benziner genügend Power und paart dies mit einer fein abgestimmten und wieselflinken Achtgangautomatik.

Das Fahrwerk ist prinzipiell straff, die Lenkung ausreichend präzise und die Wankbewegungen halten sich erstaunlich in Grenzen, bei einem 1,80 Meter hohem Fahrzeug keine Selbstverständlichkeit. Allerdings könnten die Bremsen ruhig fester zupacken und auch beim Verbrauch merkt man das Mild-Hybrid-System kaum.

Gut neun Liter sind höchstens bei sparsamer Fahrweise drinnen, ein zweistelliger Verbrauch eher die Regel als die Ausnahme. Seine Stärken spielt der Range Rover jedenfalls noch im Gelände aus – Luftfederung, zweistufiges Verteilergetriebe, veritable Böschungs- und Rampenwinkel sowie das „All Terrain Progress Control“-System machen es möglich, den Range Rover Sport auch im schweren Gelände zu bewegen.

Im Innenraum mit seinen langstreckentauglichen, elektrisch einstellbaren Ledersitzen finden sich unter anderem Stecker fürs Smartphone und ein integrierter Mini-Kühlschrank in der Mittelkonsole. Schalter und Bedieneinheiten gibt es dagegen so gut wie nicht. Die Digitalisierung ist unübersehbar.

Neben dem konfigurierbaren, digitalen 12,3-Zoll-TFT-Instrumentendisplay vor dem Multifunktions-Lenkrad ist auch der zehn große Center-Screen vor der Mittelkonsole kaum zu übersehen. Der kümmert sich hauptsächlich um die Klimaanlage sowie Sitzheizung. Auf dem darüber liegenden Zehn-Zoll-Touchscreen steuert man im Endeffekt den gesamten Rest wie Navigation, Multimedia und Konnektivität. Klappt alles gut, rasch und intuitiv.

Der Range Rover hat natürlich seinen Preis: Samt teuren Extras – beispielsweise eine umfassende Assistenzarmada, Lenkradheizung, Edelstahleinstiegsleisten und das ratsame On-/Offroad Paket – summiert sich das auf sportlich getrimmte Nobel-SUV auf gut 145.000 Euro. Da ist dann auch ein sogenannter Secure Tracker an Bord, der ab Aktivierung drei Jahre lang via Ortungssystem feststellt, ob der Offroader unbefugt bewegt wird.

Fazit

Ein durstiger Sportler, ein souveräner Langstreckenprofi, eine mondäne Familienkutsche, ein quirliger Abenteurer oder auch ein grundsolides Arbeitstier – je nach Bedarf, hat der Range Rover Sport viele überzeugende Facetten.

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