Landesgartenschau animiert durch Bio-Schwerpunkt zur Nachhaltigkeit

Bio.Garten.Eden zog auf 15 Hektar Fläche schon über 70.000 Besucher an

V.l.n.r: Franz Waldenberger (Obmann Bio Austria), Barbara Kneidinger (Geschäftsführerin Landesgartenschau), Landesrat Max Hiegelsberger, Johann Gaisberger (Direktor Bioschule Schlägl)
V.l.n.r: Franz Waldenberger (Obmann Bio Austria), Barbara Kneidinger (Geschäftsführerin Landesgartenschau), Landesrat Max Hiegelsberger, Johann Gaisberger (Direktor Bioschule Schlägl) © Land OÖ/Heinz Kraml

AIGEN-SCHLÄGL — Ganz im Zeichen der biologischen Landwirtschaft präsentiert sich die derzeit in Aigen-Schlägl laufenden Landesgartenschau. Als erste Bio-Zertifizierte in Österreich rückt die Ausstellung „Bio.Garten.Eden“ auf 15 Hektar Fläche Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Das gewählte Thema kommt auch bei den Besuchern gut an. „Dass bereits mehr als 70.000 Besucher begrüßt werden konnten, beweist das große Interesse am gewählten Schwerpunkt“, freut sich LR Max Hiegelsberger. Einen zentralen Aspekt stellt die Vermittlung des Biokreislaufes über einen anschaulichen Lehrpfad dar. Dieses Thema wird durch einen spielerischen Zugang auf verständliche Weise auch bereits an Kinder weitergegeben.

Besonderer Wert liegt auf Regionalität. So wurden ausschließlich oberösterreichische Gärtner-Betriebe für die Pflanzenzucht beauftragt. Der Einsatz von Pestiziden oder Stauchemittel kommt dabei genauso wenig in Frage wie synthetische Zusatzstoffe oder mineralische Dünger. Stattdessen werden natürliche Formen der Nährstoffzufuhr wie Schafwolle oder kompostierte Erde verwendet. Mit dem ressourcenschonenden Umgang sollen auch Hobby-Gärtner zur ganzheitlichen und umweltbewussten Bewirtschaftung animiert werden.

Bio ist nicht zwingend Bio

Bei der Verköstigung setzt die Landesgartenschau ausschließlich auf regionale und zertifizierte Produkte. Damit will man zeigen, dass Bio-Verpflegung auch in größeren Dimensionen möglich ist. In der bundesweiten Betrachtung ist die Gastronomie mit sechs Prozent jedoch das kleinste Segment im Vertrieb von biologischen Lebensmitteln. Allgemein gilt bei der Außer-Haus Verpflegung nicht, dass bei der Angabe „Bio“ entsprechende Produkte in Verwendung sind. „Daher ist eine verpflichtende Zertifizierung für all jene Betriebe, welche Bio anbieten und bewerben, unerlässlich“, betont Franz Waldenberger, Obmann von „BIO AUSTRIA“ Oberösterreich.

Aufholbedarf in Kontrolle und Bewusstseinsbildung

Durch die aktuelle Marktsituation ist es außerdem möglich, Nachhaltigkeitsprogramme und Siegel ohne echte Qualitätssicherung zu erschaffen. Bei diesen existiert keine Gewährleistung, dass es regelmäßige Kontrollen und eine Sicherung der Wertschöpfungskette gibt. Für den Konsumenten stellt sich das Problem der Nachvollziehbarkeit, hier sieht Hiegelsberger noch Aufholbedarf in der Kontrolle und Bewusstseinsbildung.

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