Landesgericht Linz schlägt wegen offener Stellen in Kanzleien Alarm

Das Landesgericht Linz hat am Montag wegen der Personalsituation Alarm geschlagen. Acht Planstellen im Kanzlei- und Supportbereich im gesamten Gerichtssprengel sind derzeit unbesetzt. „Wir finden kein Personal“, sagte der Gerichtspräsident Andre Starlinger im jährlichen Pressegespräch. Als einen Grund nannte er die schlechte Bezahlung im öffentlichen Dienst.

Die aktuelle Personalsituation sei das Ergebnis jahrelangen Streichens von Planstellen, meinte Amtsdirektor Josef Ecklmayr. Noch vor zwölf Jahren habe es im Gerichtssprengel 300 gegeben, nun sei man wegen des Aufnahmestopps bei 178, acht davon sind derzeit vakant.

2016 sei der Stopp zwar aufgehoben worden, aber seitdem werde die Situation immer schwieriger, erläuterte er. Besonders das Landesgericht sei betroffen. Von derzeit 48 Stellen seien fünf unbesetzt (die restlichen drei im Sprengel).

Dies habe schon dazu geführt, dass wegen Corona Geschäftsstellen tage- oder wochenlang zu hatten, so Starlinger. Wenn das wenige Personal dann auch noch krank wurde oder in Quarantäne musste, sei sofort der Engpass entstanden. Zum Teil hätten andere Kollegen deren Arbeit mit übernommen. „Auf Dauer mit 120 Prozent Motorleistung zu fahren, ist aber nicht möglich“, meinte der Präsident.

Einige hätten aufgrund dieser Belastung gekündigt. Neue Bedienstete zu finden sei schwer bei rund 2.000 Euro brutto im Monat. Dies habe Interessenten, die zuvor in anderen Branchen tätig gewesen seien, abgeschreckt, zumal auch die Anrechnung von Vordienstzeiten im Öffentlichen Dienst abgeschafft worden seien, ergänzte Ecklmayr.

Spitze sich die Personalsituation zu, werde dies auch Auswirkungen auf Verfahrensdauer haben. Derzeit liege diese am Landesgericht für bei Strafsachen im Durchschnitt bei gut fünf Monaten, der Großteil sei nach zwei Monaten abgeschlossen. In Zivilrechtssachen betrage die durchschnittliche Dauer bei 9,4 Monaten, die meisten seien in vier Monaten erledigt.

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