Landwirt ließ Schweine verhungern

Tiere fraßen Artgenossen auf — 63 mussten von ihrem Leid erlöst werden

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ROITHAM — Im Bezirk Gmunden ist ein unfassbarer Fall von schwerer Tierquälerei in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgedeckt worden.

In den Stallungen der Mast- und Zuchtschweine fand der Amtstierarzt verheerende Zustände, teilte die Polizei mit. Die Ställe des Bauern aus Roitham waren verdreckt, teilweise verweste Tierkadaver und Knochenreste lagen herum.

Bis zum Bauch in Exkrementen

Die 63 noch lebenden Schweine waren in einem äußerst schlechten Gesundheitszustand. „Sie waren komplett abgemagert“, so Bezirkshauptmann Alois Lanz. Und sie dürften sich von den toten Tieren ernährt haben und befanden sich teilweise bis zum Bauch in Exkrementen. Die Schweine mussten vom Amtstierarzt notgeschlachtet werden. Bei der Räumung des Stalls wurden sechs Kadaver sowie die knöchernen Überreste von mindestens 31 weiteren im Stall verendeten Schweinen vorgefunden.

Bäuerin war überfordert

Aufgedeckt wurden die Zustände nach einer anonymen Anzeige. Der 52-jährige Landwirt gab an, den Stall seit einem Jahr nicht mehr aufgesucht zu haben. Die 47-jährige Bäuerin sagte, sie hätte die Tiere noch am Vormittag gefüttert. Wie es zu den verheerenden Zuständen in den Ställen gekommen ist, konnten beide nicht schlüssig begründen. Die Frau gab jedoch zu, ihr sei alles über den Kopf gewachsen.

Laut dem Bezirkshauptmann waren die beiden Bauersleute bislang der Behörde nicht aufgefallen. Die beiden Landwirte werden nun bei der Staatsanwaltschaft Wels wegen Tierquälerei angezeigt. Zudem ist ein Tierhaltungsverbot gegen das Paar geplant.

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