Lange Durststrecke in einer Paradedisziplin

Mit Vincent Kriechmayr, Max Franz, Hannes Reichelt und hoffentlich auch Matthias Mayer hat Österreich vier heiße Eisen im Super-G

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Kann Vincent Kriechmayr aus dem langen Schatten von Hermann Maier fahren? Der „Herminator“ ist Österreichs einziger Super-G-Olympiasieger und auch der bisher letzte Medaillengewinner in dieser Disziplin.
Kann Vincent Kriechmayr aus dem langen Schatten von Hermann Maier fahren? Der „Herminator“ ist Österreichs einziger Super-G-Olympiasieger und auch der bisher letzte Medaillengewinner in dieser Disziplin. © AFP/Coffrini

Von Roland Korntner

Nach den bisherigen Absagen sollte es nunmehr bei den alpinen Rennen im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang Schlag auf Schlag gehen: In der Nacht auf Donnerstag ist die Herren-Abfahrt angesetzt, 24 Stunden später in der Nacht auf Freitag (3 Uhr MEZ/live ORF eins) werden sogleich die Medaillen im Super-G vergeben. Stress für die Speedfahrer also und somit auch die vier österreichischen Asse, die allesamt mit zumindest einem Stockerlplatz in dieser Saison in den Super-G gehen. Ferner endete keines der vier Rennen dieses Winters ohne einen ÖSV-Athleten auf dem Podest. Vincent Kriechmayer (OÖ) feierte im Dezember in Beaver Creek seinen ersten Weltcup-Sieg und fuhr bei der Olympia-Generalprobe vor zwei Jahren in Jeongseon auf Rang drei. Max Franz war in Lake Louise und Gröden Zweiter, Hannes Reichelt bei den Überseerennen wie auch Matthias Mayer in Gröden und Kitzbühel je zweimal Dritter. Letzterer ist nach seinem Sturz im Kombi-Slalom mit einem starken Bluterguss aber etwas gehandicapt. Trotzdem wäre alles andere als eine Medaille eine Enttäuschung. Allerdings lief es bei Winterspielen in dieser Disziplin für Österreich selten nach Wunsch, die letzte Medaille eroberte Hermann Maier mit Silber 2006 in Turin. Maier ist bisher auch der einzige Super-G-Olympiasieger Östereichs (1998) in einer echten Paradedisziplin im Weltcup. Dort gab es nämlich in 206 Rennen unglaubliche 233 Stockerlplätze, davon sogar 76 Siege. „Alle vier gehören zu den Mitfavoriten dazu“, meinte Andreas Puelacher: „Ich glaube auch, dass uns dieses Gelände mit den technisch anspruchsvollen Kurven ganz gut liegen könnte“, so der ÖSV-Rennsportleiter.

Bisher fünf Super-G-Medaillen

Man glaubt es jedoch kaum: Der Super-G war, wie schon erwähnt, jahrelang DIE Disziplin Österreichs, am 21. Dezember 1998 gab es auf dem Innsbrucker Patscherkofel sogar einen unfassbaren Neunfach-Sieg (Hermann Maier siegte vor Christian Mayer – Fritz Strobl – Stephan Eberharter – Rainer Salzgeber – Hans Knauss – Patrick Wirth – Andreas Schifferer  und Werner Franz), doch nur einmal reichte es in dieser Disziplin, die seit 1988 im olmpischen Programm aufscheint, eben auch zu Olympia-Gold. Durch Hermann Maier 1998, der damit zwei Tage nach seinem Jahrhundertsturz in der Abfahrt zum „Herminator“ wurde. Mit Kjetil-Andre Aamodt (3 x), Aksel Lund Svindal (2010) und Kjetil Jansrud (2014) triumphierte dafür gleich fünfmal ein Norweger sowie einmal ein Deutscher (Markus Wasmeier) und einmal, bei der Premiere in Calgary, ein Franzose (Franck Piccard). Für Österreich blieben noch viermal Silber (Christian Mayer, Hans Knauss, Stephan Eberharter, Maier) und einmal Bronze (Andreas Schifferer).