„Langweilig war mir in meinem Job noch nie!“

Helmi feiert seinen 40. Geburtstag und versorgt die Kinder auch weiterhin mit wertvollen Sicherheitstipps

HELMI und Sokrates sorgen für die Sicherheit der Kinder.
HELMI und Sokrates sorgen für die Sicherheit der Kinder. © Hans Leitner

Seine Figur ist kugelig, er trägt gerne Weiß und einen rot-weiß-roten Helm auf den Kopf und ein großes Herz auf der Brust: Helmi ist sicher vielen ein Begriff, sorgt er doch schon seit Jahrzehnten via ORF für die Sicherheit der Kinder (Zielgruppe: 3- bis 7-Jährige) im Straßenverkehr und entstand zusammen mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit. Heuer feiert er seinen 40. Geburtstag.

VOLKSBLATT: Herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag, Helmi. Danke, dass Du dir für unser Interview Zeit genommen hast, Du hast sicher immer viel zu tun?

HELMI: Ja, es gibt immer viel zu tun bei mir. Im Moment sind zwar weniger Menschen auf der Straße unterwegs, aber wenn mehr Zeit zu Hause verbracht wird, kommt es auch dort immer wieder zu gefährlichen Situationen. Zusätzlich bin ich auch weiterhin im Einsatz, um den Menschen wichtige Sicherheitstipps mit auf den Weg zu geben — momentan, aber natürlich aus dem Home Office im Schwuppodrom.

40 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Was hat sich da in Deinem Beruf so alles verändert?

Buh, so einiges! Am Anfang gab es in meinen Sendungen zum Beispiel den Karli Katastrophsky, der immer aufs Neue gefährliche Situationen provoziert hat. Später kam dann mein Hund Sokrates dazu, der mich bis heute begleitet. Und es ist alles viel digitaler geworden. Inzwischen sind meine Sendungen z. B. auch auf YouTube verfügbar.

Wie sieht die Situation im Straßenverkehr heute aus? Haben sich die Unfallzahlen in den letzten Jahrzehnten verringert oder doch vermehrt?

Im Straßenverkehr ist die Zahl der Unfälle zum Glück deutlich gesunken, aber z. B. im Haushalt und beim Sport sind die Unfallzahlen nach wie vor sehr hoch. Es gibt also leider noch immer mehr als genug zu tun für mich!

Inwiefern haben Deine Sicherheitsbotschaften auch heute noch Einfluss auf die Kinder?

Anlässlich von meinem runden Geburtstag haben wir die österreichische Bevölkerung in einer Umfrage zu einer Einschätzung rund um meine Persönlichkeit befragt. Dabei waren 85 Prozent der Helmi-Kenner der Ansicht, dass es mir gut bis sehr gut gelingt, meine Sicherheitsbotschaften zu vermitteln. Es ist natürlich schön zu hören, dass meine Sicherheitstipps damals wie heute für wichtig erachtet werden.

Was ist besonders wichtig bei der Verkehrserziehung?

Am wichtigsten ist sicher, dass die Eltern sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind und entsprechend z. B. bei einer roten Ampel auch immer stehen bleiben. Denn Kinder denken oft, dass Erwachsene immer alles richtig machen — und verhalten sich dementsprechend so wie ihre Vorbilder.

Welche weiteren Möglichkeiten können Eltern Deiner Meinung nach noch nutzen, um ihre Kinder auf die Verkehrssituation vorzubereiten?

Wenn es passt, sollte Kindern die Möglichkeit gegeben werden, selbst in die Schule zu gehen. Denn so werden sie — auf einem ihnen bekannten Weg — Schritt für Schritt zu aktiven Verkehrsteilnehmern. Ganz wichtig ist dabei aus meiner Sicht, dass der Weg in die Schule rechtzeitig und regelmäßig gemeinsam geübt wird. Eltern sollten dabei einen Weg mit möglichst wenigen Gefahrenstellen aussuchen.

Inwieweit glaubst Du, dass Du die heutigen Erwachsenen mit Deinen Tipps damals als Kinder geprägt hast?

Mir erzählen viele Menschen oft, dass ich bei der Entwicklung ihrer Risikoeinschätzung und der Erarbeitung des Wissens zu richtigen Verhaltensweisen eine ganz bedeutende Rolle gespielt habe. Das freut mich immer sehr!

Können diese auch heute noch etwas aus Deinen Botschaften lernen? Wenn ja, was?

Wir leben in einer Welt voller Veränderungen. So sind etwa in den vergangenen Jahren die verschiedenen Formen der E-Mobilität aufgekommen. Vom E-Scooter bis zum E-Mountainbike gibt es da immer wieder neue Inhalte zu vermitteln. Langweilig war mir in meinem Job noch nie.

Wie sieht Dein Aufgabenbereich heute aus und wie hat er sich in den letzten Jahrzehnten verändert?

Am Anfang habe ich mich stark auf das Thema Verkehrssicherheit fokussiert, inzwischen geht es in meinen Folgen aber auch um viele andere Bereiche, in denen Unfälle passieren können: z. B. zu Hause, beim Sport, aber auch die verschiedenen Gefahren, die das digitale Zeitalter mit sich bringt. So entwickelt sich mein Aufgabenbereich im Zuge der technischen Entwicklungen immer weiter.

Wie wird Dein Arbeitsfeld in der Zukunft aussehen? Werden Dich die Kinder dann auch weiterhin noch brauchen?

Nachdem leider nach wie vor viele Unfälle passieren und sich die Welt immer weiter entwickelt, gibt es für mich mehr als genug zu tun. Auch wenn es mir großen Spaß macht, Kindern wichtige Sicherheitstipps mit auf den Weg zu geben, wäre es natürlich schön, wenn die Welt so sicher ist, dass ich irgendwann in Frühpension gehen kann.

Trotz Corona soll Dein Jubiläum gebührend gefeiert werden. Was wird in dieser virtuellen Geburtstagszeitreise alles zu sehen sein?

Eigentlich wollten wir meinen 40er zusammen mit meinen wichtigsten Wegbegleitern und Bekannten im Zuge einer Gala feiern. Aufgrund der aktuellen Situation haben meine Freunde beschlossen, meinen Geburtstag mit einer virtuellen Zeitreise zu feiern. Zu sehen sind dabei u. a. Ausschnitte aus den ersten Helmi-Folgen und vieles mehr. Lasst euch überraschen!

Mit Kindersicherheitsfigur HELMI sprach Nadine Jakaubek

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