LASK-Boss Gruber: „Da kann man auch das Salzamt klagen“

Im Interview über die sportliche Situation, die Budgetentwicklung, den Stadionumbau und die UEFA

LASK-Boss Siegmund Gruber vor dem Linzer Stadion, in dem in rund einem Jahr der Spatenstich zum Umbau fallen soll.
LASK-Boss Siegmund Gruber vor dem Linzer Stadion, in dem in rund einem Jahr der Spatenstich zum Umbau fallen soll. © Daniel Scharinger / picturedesk.com

Die Fußball-Länderspielpause nutzt das VOLKSKBLATT zu einem Exklusiv-Interview mit LASK-Präsident Siegmund Gruber, dessen Klub in der Bundesliga auf Rang zwei liegt und im Europacup starke Leistungen gezeigt hat.

Wie sind Sie mit der Entwicklung in den letzten Monaten zufrieden?

„Sehr zufrieden! Wir sind Vizemeister geworden, nach zehn Runden wieder auf Rang zwei und in der Europa-League-Gruppenphase dabei, haben in dieser gegen Trondheim angeschrieben und in Lissabon gegen Sporting wieder eine gute Leistung gebracht. Summa summarum läuft es sportlich grandios.“

Stadion: „Spatenstich schon im Herbst 2020“

Und in wirtschaftlicher Hinsicht. Wir wirken sich die Einnahmen aus dem Europacup aufs Budget aus, wie wird man die verplanen?

„Überall dort, wo es Sinn macht, werden wir gleich investieren. Den Rest werden wir fürs Stadionprojekt und andere Investitionen in die Infrastruktur, in die Akademie oder in den Nachwuchs zur Seite legen. Das Budget ist mittlerweile von 1,65 Millionen in der Regionalliga-Saison 2013/14 auf 10,6 Millionen in der ersten Bundesliga-Saison und ca. 14 Millionen per 30. Juni 2019 gewachsen.“

Wie läuft es mit dem Stadionprojekt?

„Wir sind in der Planung, wir wissen genau, was wir wollen von der Kapazität, von der Größe, von der Hospitality und was wir für die Fans schaffen wollen — Stichwort Fandorf. Das gilt es umzusetzen und in neue Pläne zu adaptieren, weil es natürlich auf der Gugl andere Rahmenbedingungen gibt als etwa in Pichling. Da sind wir gerade dabei und wir hoffen, dass wir im Jänner in die Detailplanung gehen können, damit wir rechtzeitig ausschreiben und vielleicht schon im Herbst 2020 den Spatenstich sehen können.“

„Konfliktpotenzial vermeiden“

Gibt es für Blau Weiß Linz ein Ausweichstadion?

„Wir prüfen derzeit viele Optionen. Das Stadion von Donau Linz geht leider nicht, weil das Spielfeld zu kurz ist und nicht verlängert werden kann. Wir helfen bei der Suche aktiv mit, weil man dadurch sicherlich Konfliktpotenzial vermeiden könnte. Man stelle sich nur vor, dass der Bagger falsch reingräbt und die Wasserleitung erwischt, dann heißt es gleich, dass der LASK dem FC Blau Weiß das Wasser abdreht. Das wollen wir uns ersparen. Wenn es aber nicht gelingt, müssen wir halt bei laufendem Betrieb bauen.“

Die Schadenersatzklage gegen die UEFA nach dem falschen Videobeweis im Heimspiel gegen Brügge (0:1) ist vom Tisch?

„Es ist die Pflicht der Geschäftsführung aus Haftungstatbeständen, diese Dinge zu prüfen, um nicht grob fahrlässig zu agieren. Nach Prüfung aller Unterlagen sind wir aber zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht. Da kann man auch das Salzamt klagen.“

„Ich habe die Courage, das zu thematisieren“

Als Bundesliga-Aufsichtsrat ecken Sie gerne mit Rapid an. Ein Feindbild, das Sie pflegen?

„Das hat nichts mit Rapid zu tun, aber bestimmte Dinge, die passieren, tun dem Fußball nicht gut und ich habe die Courage, das zu thematisieren. Egal, ob es sich um Rapid oder einen anderen Klub handelt.“

„Wenn rote Linie überschritten wird, dann …“

Der LASK fährt bei Fan-Verfehlungen hingegen eine sehr strikte Linie und spricht auch Stadionverbote aus!

„Ja, und das werden wir auch beibehalten. Es gibt Regeln, an die man sich halten muss. Grundsätzlich ist der Diskurs mit unseren Fans sehr gut, aber wenn eine rote Linie überschritten wird, dann gibt es Konsequenzen.“

Das Team hinter dem Team wurde erweitert, sind in der Verwaltung weitere Schritte notwendig?

„In der Administration müssen wir sicher auch nach der Trennung von Teammanager (Georg Hochedlinger/Anm.) und Pressesprecher (Peter Öfferlbauer/Anm.) noch die eine oder andere Position besetzen. Bei der UEFA konnte man es gar nicht glauben, dass es das bei uns in Personalunion gibt.“

Wie ist Ihre Meinung?