LASK-Coach Ismael: “Das ist etwas Historisches für den Verein”

LASK-Coach Valerien Ismael klatscht mit seinem Team ab. © Foto: APA/EXPA-Eisenbauer

Der Jubel im Linzer Stadion kannte keine Grenzen, nachdem der LASK den FC Basel am Dienstag in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation vor knapp 14.000 Zuschauern mit 3:1 (0:0) besiegt hatte und mit dem Gesamtscore von 5:2 ins Play-off, in dem Brügge wartet, eingezogen war.

Von Roland Korntner und Christoph Gaigg

“Oh, wie ist das schön”, skandierten die Fans im Linzer Stadion, als sich die Mannschaft auf die Ehrenrunde machte. Bis auf die rund 500 mitgereisten Basel-Anhänger hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz, auch im VIP-Bereich ging die Post so richtig ab.

“Das ist grandios”, stahlte auch LASK-Präsident Siegmund Gruber, der sichtlich nach weiteren Worten rang: “Ich habe das noch gar nicht verarbeitet, muss einmal drüber schlafen”, so Gruber.

Warmer Geldregen für LASK

Dass auf den Klub nun auch ein warmer Geldregen kommt, ist natürlich ein wunderbarer Nebeneffekt. An Prämien sind zumindest 7,9 Millionen Euro fix, dazu kommen auch noch Zuschauereinnahmen, eventuelle Prämien für Punkte oder Siege in der Gruppenphase sowie aus dem Marketing-Pool der UEFA. Da kann man wohl schon etwas fürs neue Stadion zur Seite legen. “Damit haben wir nicht geplant”, betonte Gruber, der in der Stunde des Wohl größten Erfolgs nach dem Double anno 1965 aber nicht die Vergangenheit vergaß. “Vor fünf Jahren haben wir noch gegen Parndorf in der Relegation (zur 2. Liga/Anm.) gespielt, jetzt sind wir im Play-off zur Champions League. Wir sind super happy.”

“Das hat etwas mit Qualität zu tun”

Das galt natürlich auch für Valerien Ismael. “Was kann ich heute sagen? Kompliment, was die Mannschaft geleistet hat.  Ich glaube, dass man ein Spiel mit Glück gewinnen kann, aber wenn man zwei Spiele gewinnt mit 5:2 (Gesamtscore/Anm.), dann hat das etwas mit Qualität zu tun”, betonte der gebürtige Franzose. “Die erste Halbzweit war ein Schlagabtausch. Basel hätte in Führung gehen können, wir hätten in Führung gehen können”, so Ismael.

Einige Korrekturen in der Halbzeit

In der Halbzeitpause nahm er dann einige Korrekturen vor, die funktionierten. Der Spielfluss des FC Basel, der immer wieder über die Flügel durchgekommen war,  konnte damit gebrochen werden, der LASK bekam immer mehr Zugriff auf Spiel und konnte in der Schlussphase auch noch seine Konterqualitäten ausspielen.

“Das ist etwas Historisches für den Verein, der seinen Weg konsequent durchzieht. Kompliment an (Präsident) Siegmund Gruber, (Vizepräsident) Jürgen Werner, mein Trainerteam. Es macht Spaß hier jeden Tag und wenn die Ergebnisse schon so früh in der Saison kommen, dann ist das natürlich motivierend für die restliche Aufgabe”, so Ismael.

“Haben unglaublichen Teamgeist”

Seine Mannschaft agierte mit dem im Vorfeld geforderten Mut, ließ sich nicht von ihrem Konzept abbringen: “Es geht darum, dass wir wissen, was wir können. Wir haben Prinzipien, wir haben ein System, das funktioniert und die Spieler dafür. Der Star bei uns ist die Mannschaft, wir haben einen unglaublichen Teamgeist”, erklärte Ismael. Dazu komme natürlich auch die entsprechende Qualität, um einer Mannschaft wie Basel die notwendigen Tore zu schießen.

Fokus gilt zunächst Tirol, nicht Brügge

Mit dem nächsten Gegner Brügge wollte sich der Coach am Dienstag Abend noch nicht beschäftigen. “Jetzt will ich einmal den Abend genießen.” Dann gelte der Fokus dem samstägigen Meisterschaftsgegner WSG Tirol und erst danach komme Brügge.

Dank an Fans für die Atmosphäre

Freilich vergaß er nicht, den Fans für die Untersützung zu danken. “Es war eine fantastische Atmosphäre im Stadion. Sie haben die Mannschaft nach vorne gepeitscht, dadurch konnten die Jungs über das Limit gehen, das braucht man in so einem Spiel.”

Das erwähnten auch die Spieler immer wieder, auch sie waren von der Stimmung begeistert. “Gänsehaut, was die Fans geliefert haben”, meinte etwa Torschütze Reinhold Ranftl. “Die Fans haben uns zum Sieg getragen, bei so einer Stimmung kann man rennen bis zum Ufallen”, ergänzte Kapitän Gernot Trauner.

Die Mannschaft bleibt Boden

Er kann die Entwicklung fast nicht glauben: “Vor zwei Jahren bin ich mit Ried abgestiegen, jetzt höre ich die CL-Hymne. Ich weiß nicht, wo das noch hinführen soll. Schön langsam wird es unheimlich, man wird sehen, wo die Reise noch hingeht. Wir bleiben aber am Boden und wissen das einzuschätzen.”

“Sind wieder Außenseiter”

Im Gegensatz zum Trainer wurde das Kapitel Brügge aber doch angeschnitten. “Wir sind wieder Außenseiter, Brügge ist nochmal eine Stufe höher als Basel. Wir werden zwei herausragende Leistungen brauchen, werden aber wied er mutig auftreten”, versicherte Mittelfeldmotor Peter Michorl. “Es wird um keinen Deut leichter, sondern noch schwieriger. Wir haben aber bewiesen, mit internationalen Top-Mannschaften mithalten zu können”, so Trauner. Das wollen die Athletiker am Dienstag im Hinspiel gegen Brügge wieder unter Beweis stellen.

 

 

 

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