LASK-Coach vor Bundesliga-Start: „Lassen uns nicht unterkriegen“

Gegen Hartberg erfolgt für die Athletiker am Mittwoch der Re-Start der Fußball-Bundesliga

LASK-Coach Valerien Ismael © AFP/Fohringer

„Auf das Wesentliche konzentrieren. Was wir beeinflussen können ist das, was auf dem Platz passiert“ — so beschreibt Trainer Valerien Ismael das Motto der Athletiker für den Re-Start.

Die Turbulenzen rund um die Causa „Unerlaubtes Mannschaftstraining“ will der Ex-Tabellenführer dementsprechend ausblenden. Spurlos ist die öffentliche Kritik an den Oberösterreichern aber nicht vorbeigegangen, wie Ismael bestätigte: „Auf einmal war alles schlecht.“

Damit mache man es sich aber zu leicht: „Man darf nicht vergessen, was wir geleistet haben. Wir haben uns nicht verändert, sind das gleiche Team geblieben, haben die gleiche Einstellung“, so der 44-Jährige. Nunmehr sei die Stimmung „sehr entschlossen, wir haben uns eingeschworen.“

Der Franzose wittert also eine Jetzt-erst-recht-Mentalität: „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir haben einen Fehler gemacht, wir haben uns entschuldigt und wir sind hart bestraft worden. Punkt, von meiner Seite gibt es dazu nichts mehr zu sagen.“

Ein starker Gegner und veränderte Bedingungen

Da kommt die Wiederaufnahme gerade recht. Ismael ist froh, dass es losgeht, warnte aber zugleich vor dem Auftaktgegner. „Hartberg ist immer unangenehm.“ Vor allem die Einstellung, Physis, Kompaktheit, Diszipliniertheit und das Umschaltspiel der Steirer beeindrucken den LASK-Coach. Nun kommt auch noch dazu, dass sie keinen Druck haben, weil das große Ziel mit der Meisterrunde schon erreicht wurde.

Jenes des LASK kann nach den bisher gezeigten Leistungen nur Meistertitel heißen, auch wenn die Oberösterreicher erst durch die Punktehalbierung und nun durch die Strafe die Führung eingebüßt haben und aus ursprünglich sechs Zählern Vorsprung drei Rückstand wurden.

Torhüter Polster von Rapid verpflichtet

Doch nicht nur ob des laufenden Verfahrens steht der Titelkampf — der am Mittwoch (20.30 Uhr) auch gleich den Schlager Salzburg gegen Rapid zu bieten hat — unter besonderen Umständen:

  • Rund um die Geisterspiele gibt es eine Vielzahl an Maßnahmen bis hin zum eingeschränkten Torjubel.
  • Den Trainern sind fünf Einwechslungen (zu drei Zeitpunkten) erlaubt.
  • Beim Coaching ist weniger mehr, denn der Gegner kann alles mithören.
  • P.S.: Der LASK bestätigte gestern die Verpflichtung von Torhüter Nikolas Polster (17) von Rapid bis 2023.

„Nicht in sportliche Entscheidung eingreifen“

„Wir sind schon der Meinung, dass rechtsstaatliche Grundprinzipien für alle und damit auch für den LASK gelten sollen.“ Mit diesen Worten erteilte LASK-Präsident Siegmund Gruber Stimmen, die gefordert hatten, der Fußball-Bundesligist möge die in der Causa unerlaubtes Mannschaftstraining in erster Instanz verhängte Strafe von sechs Zählern Abzug nach Punkteteilung plus Zahlung von 75.000 Euro akzeptieren, eine klare Absage.

Den Protest wolle man nach Erhalt der Langversion des Urteils möglichst zeitnah einbringen, bestätigte Gruber. „Wir wurden im Senat 1 nicht so wahrgenommen, wie wir es für notwendig erachtet hätten, deshalb gehen wir in die nächste Instanz.“

Was dort für den Klub akzeptabel wäre, wollte der Präsident der Athletiker nicht genau ausführen, nur soviel ließ er sich entlocken: „Ich bin generell der Ansicht, dass man nicht in die laufende Saison sportlich eingreifen sollte.“

Abschließend noch ein Appell von Gruber: „Wegen dieser Aktion nicht den Stab über uns brechen.“

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