LASK drückte der Liga seinen Stempel auf

2:1 gegen den SV Mattersburg war würdiger Abschluss einer überragenden Herbstsaison

Der LASK hatte heuer häufig Grund zum Jubeln.
Der LASK hatte heuer häufig Grund zum Jubeln. © AFP/Pizzoli

„Überragend“ — beinahe allen Beteiligten kommt dieses Wort als Erstes über die Lippen, wenn es um das LASK-Jahr 2018. Zurecht, denn das 2:1 im letzten Spiel gegen Mattersburg war der würdige Abschluss eines höchst erfolgreichen Herbstes, der mit Rang zwei, acht Spielen ohne Niederlage in Folge und der zweitbesten Ausbeute nach 18 Runden nach 1998/99 (36 Punkte) zu Ende ging. Das zeichnete die Linzer besonders aus:

Mentalität: „Wir hatten einige schwierige Situationen, sind aber immer wieder zurückgekommen“, verwies Kapitän Gernot Trauner auf Rückschläge, wie das Aus in der Europa League gegen Besiktas. Daraus gingen die erfolgshungrigen Athletiker aber noch stärker hervor.

Offensivgeist: Mit 31 Treffern stellt der LASK nach Salzburg die zweitbeste Offensive. Joao Victor liegt nach seinem Doppelpack gegen Lieblingsgegner Mattersburg, gegen den er in den letzten vier Einsätzen sieben Mal traf, mit sieben Treffern auf Rang drei der Torschützenliste.

Stabilität: Auch die Defensive funktionierte über weite Strecken einwandfrei, 18 Gegentore bedeuten ebenfalls den zweitbesten Wert der Liga nach Salzburg (16). Den Abgang von Keeper Pavao Pervan hat Alexander Schlager bravourös kompensiert, Trauner mauserte sich gar zum Nationalspieler.

Festung TGW-Arena

Konstanz: „Es war fast kein Spiel dabei, wo wir komplett ausgelassen haben“, meinte Trauner. Mit Ausnahme der Niederlage in Salzburg in Runde eins (1:3) waren die Linzer in jedem Spiel mindestens ebenbürtig, meist überlegen.

Heimmacht: Der LASK ist in dieser Saison in der TGW-Arena ungeschlagen. Das gelang sonst, no na, nur Salzburg. Kleiner Makel: In neun Spielen gab es fünf Remis.

Spielphilosophie: Das typische LASK-Spiel, das den Klub seit dem Amtsantritt von Glasner prägt, wird in jeder Situation gegen jeden Gegner bedingungslos durchgezogen. Aggressives Offensivpressing und schnelles Spiel in die Spitze sind zwei dieser Komponenten, die die Schwarz-Weißen für jeden so unangenehm machen.

Angerschmid, der Fuchs

Standards: Die Treffer gegen den SVM waren die Tore 13 und 14 nach Standardsituationen — Ligabestwert. Co-Trainer Michael Angerschmid hat stets neue Ideen, wie die Cornervariante beim 1:0 gegen die Burgenländer zeigte.

Physis: Obwohl das Spiel des LASK extrem laufintensiv ist und Glasner kaum rotierte, hat sich keine erkennbare Müdigkeit eingeschlichen. „Die Spieler sind in einem Top-Zustand“, sagte Glasner.

Ruhe: Im Erfolg zwar immer einfacher, aber die Ruhe im Umfeld und im gesamten Verein erleichtert allen Beteiligten die Arbeit. Auch nach dem Start mit einem Punkt aus zwei Runden oder zwischenzeitlich vier Spielen ohne Sieg kamen keine Diskussionen auf.

Ausruhen wird sich der LASK auf den Lorbeeren aber definitiv nicht. „Der Trainer weiß schon, was wir noch besser machen können, er schaut da sehr genau drauf“, meinte James Holland. Zum Beispiel? „Dass wir die Spiele entscheiden, wenn sie zu entscheiden sind. Das ist ein Lernprozess, den wir vor uns haben“, weiß Glasner. So brachte man sich ab und an um den Lohn. Die Kampfansage fürs Frühjahr von Peter Michorl: „Wenn wir so weitermachen, wird sehr viel möglich sein.“