LASK-Fehlstart: Turbulenten Wochen folgte schwerer Dämpfer

Ein bitterer Abend für LASK-Trainer Valerien Ismael © APA/Fohringer

Trotz früher Führung und guter Möglichkeiten musste sich der LASK nach turbulenten Wochen beim Re-Start der Fußball-Bundesliga zum Auftakt der Meistergruppe Hartberg überraschend mit 1:2 (1:1) geschlagen geben.

Von Roland Korntner

„Die Niederlage ist bitter, ich kann der Mannschaft aber nichts vorwerfen. Wir haben alles versucht. Wenn du Druck machst, dann ist für den Gegner Raum da. Und Hartberg verfügt über eines der besten Umschaltspiele der Liga“, analysierte LASK-Coach Valerien Ismael die Pleite in letzter Minute – Dario Tadic besorgte den Siegtreffer für die Steirer erst in der Nachspielzeit – nüchtern.

Der 44-jährige Franzose wollte nicht von einer besonderen Enttäuschung sprechen. „Natürlich sind wir enttäuscht, aber für mich überwiegt heute mehr die Freude, dass überhaupt wieder gespielt wurde“, sagte Ismael, dessen Team viel „Pech“ hatte.

Denn nicht nur, dass für Hartberg neben dem ausgezeichneten Schlussmann Rene Swete auch dreimal das Torgebälk (zweimal Latte, einmal Stange) einen Rückstand vereitelte, scheiterten die Linzer im Abschluss ebenso am eigenen Unvermögen. Die Athletiker fielen in der Tabelle damit auf Rang drei hinter Salzburg (2:0 vs. Rapid) und den WAC (2:1 bei Sturm) zurück.

Starker Beginn

Der LASK begann fast so, als hätte es keine Pause gegeben: Aggressiv und den Gegner früh störend setzen die Athletiker die Steirer schnell unter Druck. Der Lohn der Bemühungen die frühe Führung. Ballgewinn durch Michorl am gegnerischen Strafraum, der bediente Klauss und der Brasilianer ließ Torhüter Swete mit seinem überlegten Abschluss ins lange Eck überhaupt keine Chance (9.).

Schon davor hatte sich Swete bei einem Freistoß-Hammer von Michorl auszeichnen müssen (3.). Nach etwas mehr als einer Viertelstunde riss aber der Faden im Spiel der Hausherren, die Hartberg kamen besser ins Spiel und auch in die Offensive. Ausgerechnet der Ex-Linzer Rajko Rep war es dann, der den Ausgleich fixierte. Die komplette Dreierkette des LASK, der auf den gesperrten Abwehrchef Trauner verzichten musste, war unsortiert, Ramsebner hob noch dazu das Abseits auf und Rep verwertete die Chance nach Kainz-Steilvorlage souverän (24.). Trotzdem hätten die Oberösterreicher mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Nicht, weil Nimaga eine Freistoß-Flanke per Kopf an die eigene Latte lenkte (30.), sondern weil Balic allein am Fünfer den Ball in die Wolken jagte. Dieser „Hundertprozentigen“ war eine schöne Kombination mit zwei Ferslern und ein erster Abschluss von Klauss vorausgegangen (41.).

Turbulente Schlussphase

Auch nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Hartberger als der unangenehmer Gegner, genau so, wie ihn Trainer Ismael erwartet hatte. Zwar fanden Ramsebner per Kopf (47.), Raguz (66.), Frieser und im Nachschuss Holland (68./Latte) Top-Chancen vor. Doch die Gäste hielten voll dagegen, hätten bei einem Zweikampf zwischen Ramsebner und Cancola Elfer bekommen können (71.) und durch Rep scoren müssen (81.).
Turbulent dann die Schlussphase. Erst traf Holland zum zweiten Mal nur Aluminium (91.), dann hatte Dossou auf der anderen Seite die Führung auf dem Fuß. Nach dem daraus resultierenden Eckball traf aber Tadic nach einem Fehler von Keeper Schlager zum 2:1 (93.) für die Gäste. Der LASK versuchte alles, hatte durch Holland (95.) noch die Ausgleichschance.

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