LASK zaubert sich mit 4:1 über Sporting wieder in die Europa League

Der LASK wieder einmal in Jubelstimmung: Petar Filipovic, Marko Raguz und Reinhold Ranftl (von links). © Archivfoto: AFP/Moreira

Was war das für eine Woche für den LASK: Erst am Donnerstag ein 7:0 über Dunajska Streda in der 3. Qualifikationsrunde und damit der höchste Europacup-Sieg der Geschichte. Dann am Sonntag ein 3:1 in der Fußball-Bundesliga über Wolfsberg und nun ein 4:1 im Play-off in Lissabon über Sporting. Damit feiern die Linzer nicht nur den höchsten Auswärtssieg auf der internationalen Bühne, sondern sie stehen wie schon vor einem Jahr in der Gruppenphase der Europa League.

Das Märchen geht also weiter, letzte Saison waren die Athletiker ja bis ins Achtelfinale gekommen. Die Auslosung erfolgt am Freitag (13 Uhr), der LASK wird dabei aus Topf drei gezogen. Auch die Gegner von Rapid (aus Topf 2) und Wolfsberg (Topf 4) werden ermittelt.

Gernot Trauner (14.), Marko Raguz (58.), Peter Michorl (65.) und Andreas Gruber (68.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Coach Dominik Thalhammer einen Tag vor dessen 50. Geburtstag. Tiago Tomas war der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen (42.). Bei Sporting sah Sebastian Coates in der 63. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte.

Historische Leistung österreichischer Klubs

Damit stehen zum insgesamt zweiten Mal und zum ersten Mal seit 2009 vier österreichische Klubs in Europacup-Gruppenphasen. Trotzdem ist es ein historischer Erfolg, denn damals waren alle Mannschaften in der Europa League. Nun stehen LASK, Wolfsberg und Rapid in der Europa League, Red Bull Salzburg sogar in der Champions League.

Trauner mit der frühen Führung

Der LASK begann stark und setzte die Gastgeber mit seinem Pressing unter Druck. Durch das frühe Attackieren entstand auch jener Corner, der den Oberösterreichern die Führung brachte, und zwar wie so oft bei Standardsituationen dank einer Co-Produktion von Trauner und Peter Michorl, diesmal unter Mithilfe von Andreas Gruber. Michorl brachte den Ball zur Mitte, Gruber verlängerte per Kopf und Trauner köpfelte ein (14.).

Sporting kam auf und zum Ausgleich

Mit Fortdauer der Partie wurde Sporting aktiver, so etwa in der 27. Minute, als sich LASK-Goalie Alexander Schlager bei einem Schuss von Luciano Vietto strecken musste. In der 39. Minute lief Nuno Santos allein auf Schlager zu, entschied sich aber für einen – von Trauner abgeblockten – Pass zur Mitte, anstelle selbst zu schießen.

Wenig später landete der Ball dann doch im Tor des LASK. Nuno Santos, der als einziger der neun erst kürzlich von einer Coronavirus-Infektion genesenen Sporting-Spieler in der Startformation stand, durfte ungehindert flanken und Tiago Tomas ungehindert gegen die Laufrichtung von Schlager köpfeln (42.). Sekunden vor dem Pausenpfiff donnerte Trauner den Ball aus rund zehn Metern weit über das Tor, eine Viertelstunde zuvor hatte Sporting-Keeper Adan einen Distanzschuss von Gruber erst im Nachfassen gebändigt.

LASK legte nach der Pause zu und zauberte

Die zweite Hälfte stand klar im Zeichen des LASK. Nach einer Flanke von Reinhold Ranftl traf Raguz ins lange Eck (58.) zur neuerlichen Führung. Eine Minute davor hatten die Gäste Glück gehabt, denn der weißrussische Schiedsrichter Alexei Kulbakow hatte nach einem Zweikampf zwischen Trauner und Tiago Tomas keinen Torraub gepfiffen – im Gegensatz zur 63. Minute, als Husein Balic von Sebastian Coates knapp außerhalb des Sechzehners zu Fall gebracht wurde.

Sporting-Verteidiger sah rote Karte

Der Sporting-Verteidiger sah die Rote Karte, und Michorl versenkte den Freistoß im Tormann-Eck (65.). Mit dem 4:1 für den LASK durch einen sehenswerten Lupfer von Gruber war die Partie endgültig gelaufen (68.). Balic (72.), der eingewechselte Patrick Plojer (83.) und Raguz (93.) ließen sogar noch Chancen auf einen höheren Sieg aus.

Für den LASK war es nach dem 7:0 gegen Dunajska Streda und dem 3:1 gegen den WAC der dritte Sieg in Folge. Am kommenden Sonntag wartet ein Auswärtsmatch gegen Rapid, ehe es in die Länderspiel-Pause geht.

„Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft“

„Ich freue mich extrem für die Mannschaft, aber auch für das Betreuerteam. Wir haben viel investiert und können jetzt die Früchte ernten. Es ist ein großartiger Erfolg, auch wenn es im Spiel die eine oder andere knifflige Situation gegeben hat“, bilanzierte Trainer Dominik Thalhammer im ORF-Interview.

„Es ist sehr vieles genauso gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind extrem gut gestartet, haben dann ein bisschen die Kontrolle verloren, aber dann im richtigen Moment zugeschlagen. Die zweite Hälfte war dann einfach überragend. Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft. Wir haben den schwierigen Weg in die Gruppenphase gehabt, aber wir haben das absolut verdient“, erklärte Kapitän Gernot Trauner.

Sporting Lissabon – LASK 1:4 (1:1). Lissabon, Estadio Jose Alvalade, keine Zuschauer erlaubt (wegen Coronavirus-Pandemie), SR Kulbakow (BLR).
Tore: 0:1 (14.) Trauner, 1:1 (42.) Tiago Tomas, 1:2 (58.) Raguz, 1:3 (65.) Michorl, 1:4 (69.) Gruber.
Sporting: Adan – Luis Neto, Coates, Feddal – Pedro Porro, Wendel, Nunes (71. Sporar), Nuno Mendes – Vietto (67. Poto), Tiago Tomas, Nuno Santos (78. Antunes).
LASK: Schlager – Wiesinger, Trauner, Filipovic (78. Andrade) – Ranftl, Holland, Michorl (87. Grgic), Renner – Gruber (74. Plojer), Raguz, Balic.
Rote Karte: Coates (63.); Gelbe Karten: Pedro Porro, Luis Neto, Pote bzw. Michorl.

 

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