Laues Lüfterl im Bundesliga-Transferfenster

Ein laues Lüfterl hat der Sommer bisher durch das Transferfenster der heimischen Fußball-Bundesliga wehen lassen. Corona drosselte die Aktivitäten der Oberhausclubs am Markt, auf Großeinkäufe wurde quasi verzichtet. Fast alle Zugänge kamen ablösefrei oder leihweise, die einzige nennenswerte Summe brachte Meister Salzburg mit kolportierten 4,5 Millionen Euro für Innenverteidiger Oumar Solet auf.

Die Salzburger sahen sich auch nicht zum Handeln gezwungen, schließlich konnte der Erfolgskader mit Ausnahme von Offensivmann Hwang Hee-chan (RB Leipzig) gehalten werden. Selbst der oft mit einem Wechsel in Verbindung gebrachte Dominik Szoboszlai ist nach wie vor an Bord. Ebenso ruhig verliefen die Transferaktivitäten bisher bei Vizemeister Rapid. Der verlor neben Zweiergoalie Tobias Knoflach und Außenverteidiger Stephan Auer vor allem seinen Kapitän Stephan Schwab an PAOK Saloniki, hat in Dejan Ljubicic aber Ersatz in den eigenen Reihen gefunden.

Mehr tat sich da schon beim WAC und dem LASK. Die Kärntner, die u.a. Torschützenkönig Shon Weissman für ein kolportiertes Schmerzensgeld von vier Mio. Euro nach Spanien ziehen lassen mussten, nahmen für sieben Neue auch etwas Geld in die Hand, der serbische Jungstürmer Dejan Joveljic ist allerdings von Eintracht Frankfurt nur ausgeliehen. Der LASK wiederum brachte neben Überraschungsmann Dominik Thalhammer, der Trainer Valerien Ismael ersetzt, ein Quintett um den dänischen U21-Mittelfeldmann Mads Madsen nach Linz. Das Wichtigste aus Sicht der Oberösterreicher ist aber, dass mit Ausnahme der Offensivleute Joao Klauss und Dominik Frieser alle Leistungsträger der Vorsaison weiter zur Verfügung stehen.

Hartberg nimmt die erste Europacupsaison seiner Historie mit acht Neuen in Angriff, fast alle davon kamen ablösefrei. Mit dem 18-jährigen Leihspieler Samson Tijani greifen die Steirer einmal mehr auf Personal von Salzburg zurück, er soll sich in Hartberg an die Liga gewöhnen. Bundesland-Rivale Sturm Graz versucht unter dem von der Austria geholten Neo-Coach Christian Ilzer auch einen personellen Neustart. So wurden etwa die Kontrakte von Anastasios Avlonitis, Juan Dominguez, Kiril Despodow, Christoph Leitgeb und Thomas Schrammel nicht verlängert, die – ablösefreien – Neuen heißen Jon Gorenc-Stankovic, Sandro Ingolitsch, Gregory Wüthrich und Andreas Kuen. Dazu kommt noch Francisco Mwepu, Bruder des Salzburgers Enock Mwepu.

Zurückhaltend agierte bisher die Austria, die mit Markus Suttner und Georg Teigl strenggenommen nur zwei Neue holte, aber wesentlich mehr Abgänge zu verzeichnen hat. So sind u.a. James Jeggo, Florian Klein und Dominik Prokop am Verteilerkreis Geschichte.

Viel Bewegung lässt sich allgemein in der unteren Tabellenhälfte ab Platz acht konstatieren. Vor allem St. Pölten, die Admira, die WSG Tirol und Aufsteiger SV Ried wechselten zumindest zahlenmäßig fast ihre halben Mannschaften aus. Anzumerken ist, dass sieben Akteure des in den Konkurs geschlitterten SV Mattersburg weiter im Oberhaus aktiv sein werden.

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