Lawine riss fünf Tschechen in den Tod

Tragödie am Dachstein: Gruppe wurde beim Schneeschuhwandern verschüttet

Bei einem Lawinenabgang auf der oö. Seite des Dachsteins sind am Sonntag fünf Schneeschuhwanderer – drei Frauen und zwei Männer im Alter von 27 bis 46 Jahren — verschüttet und getötet worden. Das Unglück ereignete sich gegen 9.30 Uhr am Hohen Dachstein im Bereich des Randkluftanstiegs in der Nähe der Seethalerhütte, wo die Urlauber zuvor übernachtet hatten.

„Es hat mehrere Zeugen gegeben, die die Einsatzkräfte alarmiert haben“, sagte Bergrettung- Landesleiter Christoph Preimesberger. Diese suchten sofort mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät, doch keiner der Betroffenen hatte eine Notfallausrüstung dabei.

Bergrettungen aus Hallstatt, Obertraun und aus der Steiermark mit fünf Lawinenhunden, die Alpinpolizei und sechs Hubschrauber standen in der Folge im Einsatz. Erst Lawinenhunde konnten die ersten drei Verschütteten orten. Mit Sondierketten gelang es auch noch die zwei anderen zu finden. Sie waren bis zu einem Meter tief verschüttet.

Selbst ausgelöst

Die Sportler dürften das Schneebrett beim Aufstieg selbst ausgelöst haben. Es sei etwa 150 bis 200 Meter breit und rund 400 Meter lang gewesen, schätzte Preimesberger. In dem Gebiet hatte es in den vergangenen Tagen Wind und starken Schneefall gegeben. Das habe zu dem Abgang geführt, meinte der Bergretter.

In den vergangenen Jahren sei der Hallstätter Gletscher stark abgeschmolzen, der Bereich, wo sich die Lawine gelöst habe, sei dadurch wesentlich steiler als früher. Die Gruppe sei von den Ausläufern der Lawine erfasst worden. Zur Identifizierung wurden die Opfer nach Hallstatt gebracht, so die Polizei.

Polizist und 27-Jähriger bei Abgängen getötet

Auch in anderen Bundesländern kam es am Sonntag zu Lawinenabgängen. Dabei kam ein Polizist im Großglocknergebiet ums Leben. Der 33-Jährige hatte an einem Kurs der Alpinausbildung teilgenommen und war bei der Abfahrt von der Adlersruhe in Richtung Pasterze von einem Schneebrett erfasst worden.

Bereits am Samstag starb ein 27-Jähriger, der bei einer Skitour auf den Großen Göller (Bez. Lilienfeld) von einem Schneebrett 400 Meter weit mitgerissen wurde.

Am Schneeberg in Puchberg (Bez. Neunkirchen) hat eine Lawine einen Skitourengeher 450 Meter weit mitgerissen. Der 38-jährige Wiener war in der „Breiten Ries“ unterwegs, als das Schneebrett abging. Er wurde verletzt. Glimpflich verlief auch ein Abgang am Wilden Kaiser in Ellmau (Bezirk Kufstein) für einen Österreicher (28) und einen 35-jährigen Deutschen. Der Jüngere blieb unverletzt, der Deutsche wurde leicht verletzt ins Spital gebracht.

Wie ist Ihre Meinung?