Lawinensituation spitzt sich zu

Jetzt sperren auch immer mehr Schulen aus Sicherheitsgründen vorübergehend zu

LINZ — In immer mehr Gebieten in Österreich, darunter auch im Süden Oberösterreichs, wurde angesichts der massiven Schneefälle in alpinen Lagen die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen. Mehrere Skigebiete – darunter auch fünf oberösterreichische – haben ihren Betrieb ganz oder teilweise eingestellt. Mancherorts kämpfen die Einsatzkräfte mit zwei bis drei Metern Schnee. Bei Stufe 5 können sich Lawinen von selbst lösen und es ist mit längeren Auslaufkegeln aufgrund höherer Schneemassen zu rechnen, hieß es beim Lawinenwarndienst des Landes. Sprengungen sind aber schwierig, weil wie in den vergangenen Tagen kein Flugwetter herrscht.

Gosau, Obertraun und Hallstatt eingeschlossen

Rund 50 Straßen, darunter die großen Passstraßen und zahlreiche Nebenstraßen im Mühlviertel, waren am Mittwoch bereits gesperrt, um 17 Uhr wurde auch die Straßenverbindung nach Gosau geschlossen, Hallstatt und Obertraun waren ab 19 Uhr nicht mehr erreichbar. In Rosenau am Hengstpass (Bez. Kirchdorf) rückt am Donnerstag das Bundesheer zur Unterstützung an.

Nicht nur im Inneren Salzkammergut und der Obersteiermark kämpfen die Einsatzkräfte seit Tagen mit der „weißen Pracht“. Bei Schneeräumungsarbeiten entdeckten ÖBB-Mitarbeiter auf der Bahnstrecke zwischen Admont und Hieflau eine Gämse, die im Schnee steckte. Sie stoppten den Zug und kamen dem Wildtier rettend zu Hilfe. Der OÖ Verkehrsverbund bittet Fahrgäste um Verständnis für Ausfälle und Zugverspätungen. Auf der Homepage (verkehrsauskunft.ooevv.at) gibt es den aktuellen Stand.

Auch die Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung warnte am Mittwoch in den höher gelegenen Gebieten vor Wipfel- und Astbrüchen. Ab ca. 600 Metern Seehöhe sollen keine Waldflächen mehr betreten werden, auch in Waldrandzonen seien hängende Äste und gebogene Bäume zu meiden.

Schulleiter entscheiden über Sperre

Auch die Zahl der Schulen, die vorübergehend geschlossen werden mussten, stieg in Oberösterreich auf sechs. „Wir bedanken uns bei den umsichtigen Schulleitern, die jeden Tag aufs Neue beurteilen, ob ein geregelter Unterricht stattfinden kann“, betonten LH Thomas Stelzer und LH-Stv. Christine Haberlander.