Der e-2008 von Peugeot zeigt kaum seine Krallen

Das Klein-SUV des französischen Herstellers fährt auch als frontgetriebener Stromer vor; wobei der Verbrauch angenehm niedrig, die Ladegeschwindigkeit teils lähmend langsam ist.

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Der Peugeot 2008 war anno 2013 im Segment der Kompakt-SUV noch relativ allein unterwegs. Dies hat sich im Laufe der Jahre geändert; mittlerweile tummeln sich dort Vertreter nahezu aller Hersteller und ringen um Marktanteile.

Daher war es für die französische Stellantis-Tochter nur logisch, den kleinen Fünftürer zu überarbeiten, den es als Verbrenner und als Elektroauto gibt. Als E-Auto hört er auf den Namen e-2008, wobei er sich von den Verbrennerbrüdern optisch nur marginal unterscheidet.

Typenschein

Peugeot e-2008 GT

Preis: ab € 39.158,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 46.989,60,- unter anderem inklusive Vision Pack € 200,40, Navigation Paket € 399,60 und Drive Assist Paket Plus € 399,60; einen Peugeot e-2008 (Active) gibt es ab € 38.630,- NoVA/Steuer: 0 %/ € 0,- jährlich Garantie: 2 Jahre, 2 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf mindestens 70 Prozent der Batteriekapazität Service: alle 25.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten: Motor: permanenterregter Synchronmotor, 115 kW/156 PS Spitzenleistung, max. Drehmoment 260 Nm bei 500-4060 U/min Getriebe: Eingangautomatik Antrieb: Frontantrieb Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h Beschleunigung 0-100 km/h: 9,1 s Leistungsgewicht: 10,2 kg/PS WLTP-Verbrauch: bis zu 15,5 kWh VOLKSBLATT-Testverbrauch: 19,8 kWh

Eckdaten: L/B/H: 4304/1815/1523 mm Radstand: 2605 mm Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1589/2030 kg Kofferraum: 434-1467 Liter Akku: 54 kWh Reifen: 4 x 215/55 R18 87P auf 18“-Alus

Sicherheit: Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS Airbags: 6

Die Optik des rundum erneuerten e-2008 fiel nun deutlich robuster aus. Davon zeugt beispielsweise der vertikale Kühlergrill, an den sich die Motorhaube anschließt. Diese wirkt wegen der nach hinten versetzten Windschutzscheibe ziemlich flach – was wiederum der Übersicht zugutekommt.

Die hohe Gürtellinie verleiht dem Elektro-SUV einen kräftigen Auftritt. Zudem entfalten die LED-Tagfahrleuchten unter der Lichtsignatur ihre volle Wirkung. Die LED-Heckleuchten im Krallenlook dürfen natürlich auch beim e-2008 nicht fehlen.

Eleganter, hochwertiger Innenraum

Im Innenraum des Franzosen zeigt sich der Materialmix durchaus wertig: Carbonfasern, Alu, Leder und eleganter schwarzer Kunststoff zeichnen das Cockpit aus. Das Infotainment wird über einen zentralen Touchscreen mit 25-Zentimeter-Bildschirmdiagonale gesteuert.

Für wichtige Informationen sind unterhalb des Touchscreens auch haptische Tasten angebracht. Ein Highlight sind darüber hinaus die gestochen scharfe digitale Cockpitanzeigen mit 3D-Effekt. Die Menüführung erweist sich als überwiegend intuitiv – mit Schwächen im Detail. So gibt es beispielsweise keine Shortcuttaste für die Kartenansicht.

An den guten Platzverhältnissen im Innenraum, besonders im Kofferraum (Volumen: 434 Liter) ändert sich gegenüber den 2008-Modellen mit Verbrennungsmotor nichts, da das Akkupack im Fahrzeugboden untergebracht ist. Auf der Rückbank sind zwei Passagiere gut untergebracht, mit einem Dritten wird es jedoch ungemütlich.

Tiefer Schwerpunkt

Mit dem handlichen Peugeot-Lenkrad und dem tiefen Schwerpunkt, der bei Elektroautos Standard ist, überzeugt der e-2008 auch in Kurven. Bei diesen lenkt der äußerst hart gefederte Stromer unmittelbar und präzise ein. Ansonsten gibt sich der 156 PS starke Synchronmotor ansatzlos bissig. Die Traktion über die Vorderräder gibt auch keinen Anlass zur Kritik und die Bremsen erweisen sich als überaus standfest und gut dosierbar.

Problematisch wird es mit dem Kompakt-SUV, wenn man sich auf die Langstrecke begibt; speziell in der kühlen Jahreszeit. Denn wenn man zumindest von Linz nach Wien kommen will, muss man fast zum rollenden Hindernis auf der Autobahn mutieren, so rasch sinkt die Reichweite.

Geht man es flotter an, ist ein Ladestopp unumgänglich, bei dem im schlimmsten Fall das Gesicht beim Zuschauen der Ladegeschwindigkeit einfriert. 20 Kilowatt (kW) Ladeleistung bei einer 350-kW-Ladesäule ist schlichtweg unzumutbar. Und auch wenn das der Minusrekord war, so lag die maximale Ladeleistung während des Testzeitraums bei 70 kW. Das ist anno 2024 nicht mehr zeitgemäß.

Bei 39.000 Euro geht es los

Dass beim e-2008 aber auch da und dort der Sparstift angesetzt wurde, merkt man überdies beispielsweise an der Kofferraumabdeckung. Und nebenbei gesagt: Billig ist er nicht, in der GT-Ausstattungslinie. Die startet bei gut 39.000 Euro und inklusive Extras – um etwa die volle Bandbreite an Assistenzsystemen ausschöpfen zu können – berappt man knapp 47.000 Euro für das Elektro-SUV.

Fazit: Wunderschön, fahrtechnisch ausgereift und durchaus gut ausgestattet. Allerdings ist der Peugeot e-2008 nicht unbedingt preisgünstig und in Sachen Ladegeschwindigkeit leider nicht kompetitiv. Ideal daher für Kurzstrecken im urbanen Umfeld und eigener Wallbox.

Von Oliver Koch

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