Fahrräder als Geschenk

Das Freiwillige Soziale Jahr in St. Pius in Peuerbach hat Christina Holbik so sehr geprägt, dass sie beschlossen hat, eine Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin zu machen. Und nicht nur das, durch den Tod ihres Vaters hat sie geerbt. Als Dankeschön für die gute Aufnahme in der Behinderteneinrichtung hat sie der Aktivgruppe ein Rollstuhl-Fahrrad mit E-Motor sowie dem Hort ein Therapie-Tandem geschenkt.

Die Freude über die Fahrrad-Spende von Christina Holbik (mit Schild ,Koal' 1) ist bei den Caritas-Mitarbeiterinnen Sophie Kraft (sitzend), stehend (v. l.): Nicole Reisecker, Simone Mayrdobler und Nadine Lindlbauer groß. © Caritas

Christina Holbik, die im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Erlebniswerkstätte der Caritas in St. Pius in Peuerbach im Einsatz war, hat vor einem Jahr ihren Vater verloren: „Ich habe einen großen Verlust erlitten. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, trotzdem etwas Gutes daraus zu machen.“

Mit dem geerbten Geld hat sie nun der Gruppe ein Rollstuhl-Fahrrad mit E-Motor sowie dem Hort in St. Pius ein Therapie-Tandem geschenkt.

„Miteinander schöne Momente erleben, sich gegenseitig unterstützen, gemeinsam Lachen und Weinen und sich aufeinander verlassen können: Alles, was für mich eine Familie ausmacht, habe ich in St. Pius erlebt“, schildert die junge Frau.

Strahlende Gesichter bei der ersten Ausfahrt

Die Gesichter in der Aktivgruppe 1, wo fast alle Klienten auf einen angepassten Rollstuhl angewiesen sind, haben gestrahlt, als sie die erste Ausfahrt mit dem neuen Bike machen konnten. „Nun haben sie die Möglichkeit, das Fahrradfahren zu erleben“, bedankt sich Caritas-Mitarbeiterin Monika Asböck, die das Team der Erlebniswerkstätten leitet. Das Rollstuhlfahrrad hat vorne eine Rampe, auf der jeder Rollstuhl gut Platz findet. Mittels Winde kann auch ein schwerer Rollstuhl ohne Muskelkraft auf die Rampe gezogen werden.

„Es war für mich von Anfang an klar, meiner ‚ausgesuchten Familie‘ in St. Pius etwas zurückgeben zu wollen“, erklärt Christina Holbik. Ihr gefiel damals die Arbeit in St. Pius so gut, dass sie beschloss, die Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin zu machen.

Doch das war nicht die einzige Veränderung, die St. Pius ins Leben von Christina brachte. Hier bekam die Neumarkterin auch ihren neuen Namen durch eine Bewohnerin im Rollstuhl verliehen: „Koal“. „Mir gefällt der Name und mittlerweile heiße ich auch zuhause und im Freundeskreis so“, verrät Holbik, die ein Studium begonnen hat. In den Ferien hilft sie immer noch ehrenamtlich drei Tage in der Woche in der Caritas-Werkstätte aus.

Mit Erbschaft Lebensqualität geschenkt

Auch die Kinder und Jugendlichen im Hort St. Pius bekamen ein Therapie-Fahrrad mit E-Motor geschenkt. „Als mein Vater gestorben ist, habe ich gerade im Hort gearbeitet. Deshalb möchte ich mit dem Geld Gutes tun und anderen etwas ermöglichen, was viel zu selten passiert: Lebensqualität schenken.“ Die Übergabe des Fahrrads für den Hort fand im Rahmen eines Sommerfestes in St. Pius statt.

Die offizielle Präsentation des Fahrrads für die Aktivgruppe fand in Neumarkt beim Marktfest statt, wo auch die Besucher das neue Bike ausprobieren konnten. „Besonders bei den Kindern kam das Fahrrad gut an und baute ganz ,nebenbei‘ Berührungsängste mit dem Thema Behinderung ab“, erzählt Asböck.
Holbik wählte Fahrräder als Geschenk, weil auch ihr Vater ein leidenschaftlicher Radfahrer war und jede freie Minute im Sattel seines E-Bikes oder Hometrainers gesessen ist.

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