Jugendliche mit Geschick

Das „Projekt Industrie“ der Caritas OÖ ermöglicht Jugendlichen mit handwerklichem Geschick, aber schulischen Lernschwierigkeiten, seit zehn Jahren eine vollwertige Berufsausbildung am ersten Arbeitsmarkt. In den Partner-Betrieben wie Trumpf, starlim-sterner, Rosenbauer oder Wacker Neuson absolvieren derzeit 49 Jugendliche ihre Ausbildung. Begleitet werden sie dabei zusätzlich von sechs Caritas-Mitarbeitern. Finanziert wird das Projekt vom Sozialministeriumservice Landesstelle OÖ.

126 Jugendliche, darunter Pascal Buchegger, die handwerklich geschickt sind, aber Lernschwierigkeiten haben, konnten bereits mit Hilfe des „Projekts Industrie“ der Caritas OÖ eine vollwertige Berufsausbildung absolvieren. © Caritas

Pascal Buchegger aus Hörsching hat vor vier Jahren bei Wacker Neuson seinen Traumjob gefunden: „Die Arbeit mit und bei den Maschinen, dreckig zu werden und herumzuschrauben ist genau mein Ding!“ Der junge Mann fand im „Projekt Industrie“ eine Chance, die er mit Unterstützung der Caritas erfolgreich nutzen konnte.

Wie Pascal haben seit Projektstart schon 126 Jugendliche u. a. in den Bereichen Metallbearbeitung, Lackierer, Elektrotechnik, Betriebslogistik oder Applikationstechnik eine Ausbildung absolviert. „Angefangen haben wir vor zehn Jahren mit drei Partnerbetrieben. Heute kooperieren wir mit insgesamt zwölf Unternehmen“, so Edgar Gratzer, Leiter der Abteilung Ausbildung in der Caritas. Das Geheimnis des Erfolgs ist schnell verraten: Die Betriebe haben den großen Vorteil, wenn sie den Jugendlichen eine Chance geben, dass die Fluktuation nach erfolgreicher Ausbildung viel geringer ist, als bei anderen Lehrlingen. Trumpf-Lehrlingsausbildner Thomas Brückl ergänzt: „Und die Motivation ist oft ein Stück weit höher als bei regulären Lehrlingen.“

73 Prozent der Absolventen des Caritas-Projekts sind in den Partnerbetrieben geblieben. Eine Win-win-Situation, die in Zeiten des Fachkräftemangels alle beteiligten Seiten zu schätzen wissen. Die Betriebe haben verstanden, wie Inklusion funktioniert und für alle von Nutzen sein kann. Anfänglich brauchte es in der Kollegenschaft Aufklärungsarbeit, damit die Akzeptanz größer wurde und sich das Projekt etablierte.
Sabrina Schauer, Lehrlingsausbildnerin bei Wacker Neuson, erzählt aus der Praxis: „Es gibt nicht immer nur einfache Situationen, aber wir wachsen dadurch. Wir sehen klar die Vorteile und begleiten auch während der ,Tiefs’ weiter und schauen, dass die Jugendlichen selbstständig werden.“

Auch die Lehrlinge lernen in der Ausbildungszeit, welche Beiträge sie leisten können, dass ihr beruflicher Weg erfolgreich wird. Robin Wallner, der bei Trumpf Metallbearbeitung lernt, machte die Erfahrung: „Wenn man Fehler macht, dann muss man einfach wieder aufstehen und weitermachen. Es braucht Zielstrebigkeit.“

„Vertrauen ist die Basis unserer Arbeit“

Caritas-Mitarbeiter Wolfgang Hel, der seit Beginn des Projekts die Lehrlinge begleitet und sein zehnjähriges Dienstjubiläum feierte, bringt augenzwinkernd seinen persönlichen Beitrag auf den Punkt, den es für eine erfolgreiche Ausbildungsbegleitung braucht: „Man muss die Geduld haben, manchmal einfach nur die Klappe zu halten. Vertrauen ist die Basis unserer Arbeit.“

Kontakt

Das „Projekt Industrie“ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf in einzelnen Fächern aufweisen, eine allgemeine Sonderschule besucht haben, eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 30 Prozent oder den Bezug einer erhöhten Familienbeihilfe nachweisen können. Sie können sich beim Jugendcoaching oder bei der Caritas anmelden, die dann die Koordination übernimmt. Infos unter www.ausbildungund-arbeit.at oder Tel. 0676/8776 2881.

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