Mitsubishi Colt – für alle Fälle

Der Kleinwagen der japanischen Marke ist in vielen Fällen ein Klon des Renault Clio. Charmant ist er auf alle Fälle.

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Mitsubishis Modellpalette ist überschaubar. Es gibt den Space Star. Es gibt den ASX. Es gibt den Eclipse Cross. Und natürlich gibt es auch noch den Colt. Das war übrigens ab den 1960er-Jahren ein typischer Typenname für einen Mitsubishi – jeweils ergänzt um die jeweilige Hubraumzahl.

Also beispielsweise 600 für den damals 594 Kubik großen Colt aus dem Jahr 1962. Nun: 600 Kubik hat heutzutage der Colt – der mittlerweile als astreiner Hybrid vorfährt – natürlich nicht mehr unter der kurzen Haube.

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Vielmehr beherbergt der Japaner einen 1.598 Kubikzentimeter großen Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum und 94 PS Leistung sowie einen 49 PS starken Elektromotor, was in Summe 143 Pferdestärken für etwa 1,3 Tonnen Leergewicht bedeutet.

Typenschein

Mitsubishi Colt 1,6 HEV Diamond

Preis: ab € 28.999,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 28.999,-; einen Mitsubishi Colt (1.0 MPI Inform) gibt es ab € 17.999,- NoVA/Steuer: 0 %/ € 112,32 jährlich Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbeschränkung, ab dem 3. Jahr bis 100.000 km Gesamtlaufleistung, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis 160.000 km auf die Hochvoltbatterie Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten: Benzinmotor: R4, 16V, Partikelfilter, 1.598 cm³, 69 kW/94 PS bei 5.600 U/min, max. Drehmoment 148 Nm bei 3.200-3.600 U/min Elektromotor: 36 kW/49 PS bei 1.677-6.000 U/min, max. Drehmoment 205 Nm bei 200-1.677 U/min Systemleistung: 105 kW/143 PS Getriebe: variable Automatik Antrieb: Frontantrieb Höchstgeschwindigkeit: 174 km/h Beschleunigung 0-100 km/h: 9,3 s Leistungsgewicht: 9,1 kg/PS WLTP-Verbrauch: 4,3 Liter VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,1 Liter CO2-Ausstoß: 96 g/km

Eckdaten: L/B/H: 4.053/1.798/1.438 mm Radstand: 2.583 mm Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1.301/1.765 kg Kofferraum: 301-979 Liter Anhängelast gebr./ungebr.: 900/680 kg Tank: 39 Liter (Benzin) Reifen: 4 x 205/45 R17 88H auf 17“-Alus

Sicherheit: Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS Airbags: 6

Geländedaten: Bodenfreiheit: 110 mm

Das bedeutet auch: Der straffe Fünftürer hängt willig am Gas und beschleunigt dank Hybridantrieb die Vorderräder ansatzlos hurtig. Das Hybridsystem ist durchaus komplex; und funktioniert reibungslos funktioniert. Zugkraftunterbrechungen gibt es keine und die Gangwechsel erfolgen deutlich geschmeidiger als bei den meisten Doppelkupplungsgetrieben. Angefahren wird stets elektrisch, bis der Vierzylinder übernimmt.

Gute Bremsen, aber schwammige Lenkung

Der Akku fasst 1,32 Kilowattstunden (kWh), somit für kürzeste Kurzstrecken, (unter fünf Kilometer) tauglich. Das Hybridsystem hält den Akku übrigens immer auf einem Mindeststand. Auch bei der Verzögerung – vulgo Bremsen – gibt sich der Colt keine Blöße.

Die schwammige Lenkung trübt indessen den ansonsten stimmigen Gesamteindruck. Der WLTP-Verbrauch (4,3 Liter) ist in der Praxis indessen nur im Ecomodus annähernd erreichbar. Realistisch sind um die fünf Liter.

Optisch ist der Viermeter-Fünftürer übrigens nur allzu leicht mit dem Renault Clio zu verwechseln. Ist natürlich kein großes Wunder, denn de facto ist er ein Derivat des französischen Kleinwagenbestsellers. Vorne unterscheidet sich der Colt vom Clio lediglich marginal bei den Scheinwerfern – und natürlich ist das Logo ein anderes.

Auf dem Kofferraumdeckel prangt der Markenschriftzug in großen Buchstaben – ein gelungener optischer Kniff, der dafür sorgt, dass das Fahrzeug stylisch und dynamisch wirkt.

Die optische Nähe zum Clio – sarkastische Menschen könnten von einem Klon sprechen – ist dann auch im fein verarbeiteten Innenraum unübersehbar. Der Hochkantbildschirm, der Dreh-Drück-Hebel an der rechten Seite des Lenkrads für die Lautstärke, die Knöpfe für den adaptiven Tempomaten und den Geschwindigkeitsbegrenzer.

Renaultfahrer kennen sich sofort aus. Und ja, das ergibt auch Sinn, denn das Cockpit ist nicht nur optisch erfrischend, sondern auch überaus funktionell. Fahrer und Beifahrer sind auf angenehm weiche, beheizbare Polster gebettet. Der Fahrer hält ein griffiges Lenkrad in der Hand, welches etliche Bedientasten bereithält, wie schon erwähnt.

Die maximal drei Fondpassagiere sitzen ebenfalls bequem, dass die Platzverhältnisse nicht allzu üppig sind, versteht sich bei einem Kleinwagen wohl von selbst. Der gut verarbeitete Kofferraum fasst 301 Liter und damit liegt der Colt im Klassenschnitt.

Diamond mit üppiger Serienausstattung

In der höchsten Ausstattungslinie namens Diamond liest sich die Serienmitgift üppig: sechs Airbags, 17-Zoll-Alus, 10-Zoll-Digitalcockpit, 9,3-Zoll großer Touchscreen, Lenkradheizung, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera, induktives Ladesystem fürs Smartphone, LED-Scheinwerfer, LED-Interieurbeleuchtung und Klimaautomatik, um nur ein paar zu nennen. Für knapp 29.000 Euro mehr als fair.

Fazit

Ein Kleinwagen, wie er im Buche steht. Optisch gefällig, in der Handhabung anspruchslos und manierlich beim Verbrauch. Die Ausstattung ist passabel, der Preis kompetitiv, die Verarbeitung überraschend gut und das Platzangebot im Mitsubishi Colt ist für einen Kleinwagen üppig. Er empfiehlt sich somit für (fast) alle Fälle; von der Kurzstrecke über den Wochenendtrip bis hin zur Langstreckenfahrt.

Von Oliver Koch

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