Oberösterreicher lassen ihren Stress gerne im Garten

Smart Gardening ist noch nicht weit verbreitet, verspricht aber Arbeitserleichterung und optimale Pflanzenpflege

Zeit im Garten zu verbringen, ist für 40 Prozent der Oberösterreicher ein gutes Mittel zur Stressbewältigung. Noch entspannter kann man es angehen lassen, wenn einem Mähroboter und smarte Systeme die Arbeit erleichtern.
Zeit im Garten zu verbringen, ist für 40 Prozent der Oberösterreicher ein gutes Mittel zur Stressbewältigung. Noch entspannter kann man es angehen lassen, wenn einem Mähroboter und smarte Systeme die Arbeit erleichtern. © Gardena

Der eigene Garten ist für die Oberösterreicher in erster Linie ein Ort des Entspannens und des Wohlfühlens. Laut einer aktuellen IMAS-Befragung im Auftrag von Gardena fühlen sich 63 Prozent der Menschen außerordentlich oder ziemlich gestresst. 39 Prozent der Gartenbesitzer bauen diesen Stress damit ab, Zeit im eigenen Grün zu verbringen, für über zwei Drittel (70 Prozent) ist der Garten generell ein Ort der Entspannung.

Wunsch nach eigenem Garten ist groß

Beinahe die Hälfte der Leute (45 Prozent), die keinen eigene Garten besitzen, wünschen sich einen persönlichen grünen Rückzugsort.

Dafür wären sie auch bereit, andere Dinge aufzugeben. 27 Prozent würden den geplanten Urlaub, 19 Prozent die eigenen Nachbarn und 16 Prozent ein besonderes Schmuckstück dafür eintauschen. Fünf Prozent würden dafür sogar die eigenen Schwiegereltern hergeben.

Im eigenen Fleckchen Grün, egal ob Garten, Balkon oder Terrasse, würden dann zwei Drittel grillen (67 Prozent), faulenzen (66 Prozent) oder sich einfach sonnen lassen (65 Prozent). 63 Prozent würden gern ihr eigenes Obst und Gemüse ziehen.

Einmal gießen und das morgens

Geht es um die Bewässerung von Blumen, Sträuchern und Gemüse, greifen über zwei Drittel der Oberösterreicher zur Gießkanne, auf Rang zwei liegt der Gartenschlauch, dahinter folgen mobile bzw. fest installierte Rasensprenger. Automatische Systeme oder Smart-Solutions spielen noch eine untergeordnete Rolle.

Allerdings geht laut Umfrage über die Hälfte der Oberösterreicher davon aus, dass die optimale Bewässerung darin besteht, mit wenig Wasser und dafür öfters zu gießen — und sitzt somit einem Irrglauben auf.

In der Regel sei es besser, einmal täglich mit ausreichend Wasser zu gießen, erklärt Gardena Country Manager Klaus Endres: „So werden die Pflanzen angeregt, sich auch selbst besser zu versorgen und beispielsweise ihre Wurzeln auszubilden. Zudem gelangt das Wasser bei geringen Mengen nur an die Bodenoberfläche und die Erde trocknet schnell wieder aus.“ Als günstigsten Zeitpunkt für die Bewässerung empfiehlt er den frühen Morgen.

Nachhaltigkeit ist den Oberösterreichern auch im Garten wichtig. 57 Prozent nutzen Regenwasser, um ihre Pflanzen zu gießen.

Tropfen für Tropfen bewässern

Wer sich das tägliche Gießen ersparen möchte und sich gleichzeitig die Option offenhalten möchte, ein paar Tage zu verreisen, ohne Nachbarn oder Freunde um die Pflege der Pflanzen zu bitten, hat die Möglichkeit, auf ein automatisches Bewässerungssystem zu setzen.

Entgegen dem Ratschlag für das Gießen per Hand, hat bei automatischen Bewässerungssystemen die Tröpfchenbewässerung große Vorteile. Tropfen für Tropfen wird das Wasser direkt zu den Wurzeln der Pflanzen gebracht. Dabei geht im Vergleich zu herkömmlichen Bewässerungsmethoden nur ein Minimum an Wasser verloren.

Der schonende Umgang mit dem wertvollen Nass ist umso wichtiger, da mehr als 43 Prozent der oberösterreichischen Gartenbesitzer mit Trinkwasser bewässert. Es gebe kaum Verdunstung und auch die Gefahr von Pilzbefall sei so minimal, erklärt Endres weitere Vorteile der Tröpfchenbewässerung. Da die Pflanzen genau die Menge Wasser bekommen, die sie brauchen, verringert sich auch das Risiko einer Überwässerung und von Staunässe.

Dabei gibt es Produkte für fast jeden Einsatzbereich, egal, ob man ein Hochbeet, Blumentöpfe oder eine ganze Rasenfläche bewässern möchte. Der Preis solcher Anlagen hängt natürlich von der gesamten Größe des Areals ab, eine Hochbeetbewässerung schlägt mit etwa 150 Euro zu Buche.

Smarte Systeme — Garteln mit dem Handy

Was die Pflege des Gartens und des Rasens betrifft, legen die meisten Menschen noch selbst Hand an. Aber bereits rund ein Fünftel (21 Prozent) der Gartenbesitzer setzt einen automatischen Rasenmäher bzw. einen Mähroboter ein. Bei Gardena geht man davon aus, dass rund fünf Prozent der Leute bereits Smart-Lösungen im Garten im Einsatz haben.

Die Systeme nehmen dem Gärtner dabei nicht nur Arbeit ab, sondern können, auf einzelne Pflanzen abgestimmt, ideale Bewässerung gewährleisten und dazu beitragen, Wasser zu sparen.

Das Herzstück ist dabei der „smart Gateway“, ein Gerät, das einerseits mit dem Internet und andererseits mittels Funkverbindung mit smarten Geräten in Haus und Garten verbunden werden kann.

Wettervorhersage wird berücksichtigt

Beim Gießen kann das System vorhergesagten Regen oder die aktuelle Bodenfeuchte berücksichtigen und so sogar eine geplante Bewässerung aussetzen.

Bodenfeuchte und -temperatur können dabei mittels Sensoren an unterschiedlichen Orten des Gartens oder in einzelnen Töpfen und Gefäßen gemessen werden. So kann gezielt und nach Bedarf unterschiedlich viel Wasser gegeben werden. In Zusammenspiel mit der App können die Bewässerungspläne zudem auf die sich im Saisonverlauf ändernden Zeiten von Sonnenauf- und -untergang angepasst werden.

Mittels einer Pumpe kann dazu auch gesammeltes Regenwasser oder Wasser aus einem Brunnen verwendet werden, das darüber hinaus sogar als Brauchwasser für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine genutzt werden kann. Die App erlaubt es einem nicht nur, den Zustand seines Gartens jederzeit zu kontrollieren, sie bietet auch ein umfassendes Lexikon, dessen Informationen über die Bedürfnisse unterschiedlicher Pflanzen direkt in die Pflege einfließen können.

Von Wolfgang Schobesberger

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