Lehrlinge weiterhin gesucht

Firmen mit vielfältigen Bemühungen auf der Suche nach den Fachkräften von morgen

Andreas ist Lehrling für Informationstechnologie mit Schwerpunkt Betriebstechnik bei der Vivatis-Tochter Gourmet.
Andreas ist Lehrling für Informationstechnologie mit Schwerpunkt Betriebstechnik bei der Vivatis-Tochter Gourmet. © Gourmet

Lehrlinge sind gesucht und gefragt – branchen- und gebietsübergreifend sogar in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten, wie eine VOLKSBLATT-Bestandsaufnahme zeigt.

Denn der Stellenwert der Lehre hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, heißt es beispielsweise bei dem Schwertberger Unternehmen Hödlmayr. Die verschiedenen Initiativen – zum Beispiel Lehre mit Matura oder die Duale Akademie – hätten zu einer Aufwertung der Lehre geführt.

„Viele verstehen die Lehre als Einstieg in den Beruf, nach deren Abschluss alle Möglichkeiten, beispielsweise Studium oder Werkmeister, offen stehen“, heißt es seitens des Logistikunternehmens, bei dem zurzeit 20 Jugendliche, elf Mädchen und neun Burschen, eine Lehre absolvieren.

Eigene Lehrwerkstatt

„Gesellschaftlich hat sich der Stellenwert der Lehre in den letzten Jahren sicherlich verbessert. Gerade auch die Corona-Krise hat gezeigt, dass viele junge Leute wieder die Sicherheit einer dualen Ausbildung suchen. Davon profitieren wir aktuell sehr stark“, beurteilt auch der Gebäckhersteller Resch & Frisch.

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Auch deshalb hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren viel in die Professionalisierung der Lehrausbildung investiert und eine eigene Lehrwerkstätte errichtet. Das Welser Unternehmen bildet derzeit 36 Lehrlinge (14 Burschen, 22 Mädchen) in acht unterschiedlichen Lehrberufen aus.

Ähnlich sieht man das bei Grüne Erde. Der Möbelhersteller mit Sitz in Scharnstein bekommt auch immer wieder Bewerbungen von jungen Menschen, die bereits Matura haben, wie es auf Anfrage heißt. Aktuell sind 20 Lehrlinge, davon acht Mädchen und zwölf Burschen in der Firmengruppe beschäftigt.

Eine leichte Verbesserung betreffend das Renommee der Lehrlinge ortet auch der Linzer Vivatis-Konzern. Prinzipiell seien Lehrlinge Fachkräfte und daher ein kostbares Gut. Dementsprechend seien Unternehmen sehr froh, wenn sie Lehrlinge und somit ihre eigenen Fachkräfte ausbilden können; bei Vivatis sind es aktuell 18 (zwölf Burschen und sechs Mädchen). Die Suche gestaltet sich jedoch nicht immer einfach. Die Vivatis-Konzerngesellschaften seien deswegen schon seit Jahren auf diversen Lehrlingsmessen, Lehrlingstagen, in Schulen, Social Media sowie Print- und Online-Kanälen vertreten, um Lehrlinge zu finden und für einen Lehrberuf in der Vivatis-Gruppe zu begeistern.

Besonders für spezialisierte Berufe „wie unsere Milchtechnologinnen und -technologen gestaltet sich die Suche durchaus herausfordernd“, gibt auch der Molkereikonzern Berglandmilch zu Protokoll. „Wir freuen uns, dass sich aber jedes Jahr junge, motivierte Menschen finden, die sich für den abwechslungsreichen und spannenden Beruf des Milchtechnologen begeistern können.“ Bei Berglandmilch sind derzeit insgesamt 22 Mädchen und 18 Burschen in Ausbildung. Der Bedarf an qualifiziertem und gut ausgebildeten Fachkräften ist sei jedenfalls ungebrochen hoch.

Bei der Energie AG werden aktuell 78 Lehrlinge (zehn Mädchen und 68 Burschen) ausgebildet. Bei der Suche setzt man auf persönliche Kontakte, Social Media aber auch ein- bis zweitägige Schnupperausbildungen. Als bestes Beispiel für die Karrieremöglichkeiten gilt konzerntintern Generaldirektor Werner Steinecker, der selber im Jahr 1972 bei dem Energiekonzern als Lehrling begonnen hat.

Incentives für Lehrlinge

Nichtsdestoweniger locken heutzutage die Unternehmen mit sogenannten Incentives (also „Zuckerl“). Dabei sind die Firmen findig und die Bandbreite ist enorm. Sie reicht etwa von wohnortgemäßen Jobangeboten (Energie AG), kostenlosen E-Mopeds (Grüne Erde), Exkursionen (Resch & Frisch), gratis Mittagessen im ersten Lehrjahr (Hödlmayr), Ö-Ticket-Gutscheine (Vivatis) bis hin zu einem 500-Euro-Gutschein für ein Smartphone. Tenor bei allen: Lehrlinge sind heute wichtiger denn je und die dringend benötigten Fachkräfte von morgen.

Von Oliver Koch

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