„Leib und Leben sind gesichert“

Heute beginnen auch in OÖ die Warnstreiks in der Sozialwirtschaft

Als Folge der vorige Woche vorerst gescheiterten Kollektivvertragsverhandlungen im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich wird ab Dienstag österreichweit gestreikt, zudem werden in Betriebsversammlungen neue Streiks beschlossen.

„In Oberösterreich werden in mindestens acht Unternehmen an mindestens 25 Standorten Warnstreiks durchgeführt — darunter sind Volkshilfe, Lebenshilfe, BBRZ oder auch Promente“, teilte gestern die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (gpa-djp) auf VOLKSBLATT-Anfrage mit, nähere Details ließ man sich allerdings nicht entlocken. GPA-Bundesgeschäftsführer Reinhard Bödenauer versicherte, dass Betreuung und Pflege garantiert seien, kein Patient oder Klient werde Schaden erleiden. „Leib und Leben sind gesichert.“ Allerdings schloss der Gewerkschafter Beeinträchtigungen nicht ganz aus. In der Behindertenbetreuung sollen etwa Werkstätten vom Warnstreik betroffen sein. In der Pflege könnten einzelne Tagesbetreuungen ausfallen und in der Küche könnte es einfachere Essen mit kleineren Gerichten statt mehrgängige Menüs geben. Auch Teile der Kinderbetreuung werden ausfallen. Damit könnte es notwendig werden, dass sich Eltern kurzfristig eine eigene Betreuung für ihre Kinder organisieren müssen, erklärte Bödenauer.

Die Gewerkschaft fordert eine 35-Stunden-Woche und eine sechste Urlaubswoche für alle sowie mehr als drei Prozent Gehaltserhöhung. Im Vorjahr hatten sich beide Seiten erst nach Protesten, Warnstreiks und sechs Verhandlungsrunden geeinigt.