Leichter Rückgang der Corona-Neuinfektionen in Indien

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfizierten ist im derzeit besonders von der Pandemie heimgesuchten Indien erstmals seit mehreren Tagen wieder unter die Marke von 400.000 gefallen.

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Für Sonntag meldete das Gesundheitsministerium am Montag 366.161 neue Fälle – allerdings wurde nach Angaben von Experten am Wochenende auch weniger getestet. Auch die Zahl der Todesfälle blieb im selben Zeitraum mit 3.754 unter den an den beiden Vortagen jeweils gemeldeten mehr als 4.000.

Die Gesamtzahl der Toten nach einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 stieg am Montag auf 246.116, wie aus Daten der Johns Hopkins Universität mit Sitz in den USA hervorgeht. Seit Beginn der Pandemie haben sich demnach bisher gut 22,6 Millionen Menschen in Indien mit dem Virus angesteckt.

Im Norden Indiens wurden zahlreiche Leichen an den Ufern des Ganges angespült, bei denen es sich mutmaßlich um Corona-Tote handelt. Rund 40 Leichen wurden im Bezirk Buxar nahe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh entdeckt, zwei der ärmsten Regionen des Landes, wie ein Behördensprecher am Montag mitteilte. Sie sollten nun begraben oder eingeäschert werden. In Medienberichten war von bis zu hundert Leichen die Rede.

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Die Corona-Pandemie hat mit großer Geschwindigkeit Indiens ländliche Regionen erfasst. Örtliche Gesundheitseinrichtungen, Krematorien und Friedhöfe sind mit der Situation überfordert. Einheimische sagten der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich seien die Toten wegen der überfüllten Krematorien in den Fluss geworfen worden. Möglicherweise hätten sich die Hinterbliebenen auch das Holz für einen Scheiterhaufen nicht leisten können.

In absoluten Zahlen ist der Subkontinent mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern hinter den USA am stärksten von Corona betroffen.

Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen: In Teilen des riesigen Landes ist es schwer, getestet zu werden. Und besonders in ländlichen Regionen sterben viele Opfer zu Hause und tauchen nicht immer in der Statistik auf.

Am Sonntag waren den offiziellen Daten zufolge 1,47 Millionen Tests auf das Coronavirus gemacht worden – fast 400.000 weniger als an den Vortagen. Viele der indischen Bundesstaaten verhängten in den vergangenen Tagen Corona-Beschränkungen, führende Oppositionspolitiker forderten von der Regierung landesweite Maßnahmen.

Premierminister Narendra Modi hatte Anfang des Jahres die Pandemie noch für mehr oder weniger besiegt erklärt. Mittlerweile trafen Hilfslieferungen wie Beatmungsgeräte aus mehr als 40 Ländern ein, um das Gesundheitssystem des Landes zu entlasten. Medizinern zufolge ist die Massenimpfung der einzige Ausweg aus Indiens Coronakrise. Doch das Impfprogramm läuft nur langsam. Bisher wurden knapp 180 Millionen Dosen verimpft.

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