Leise Töne und eine Grande Dame in Mondsee

30. Musiktage Mondsee: Unter der künstlerischen Leitung des Auryn Quartetts steht das Festival im Zeichen von Schubert und Fauré

Das Auryn Quartett feiert die 30. Auflage der Musiktage Mondsee.
Das Auryn Quartett feiert die 30. Auflage der Musiktage Mondsee. © Willi Pleschberger

Von Astrid Braun

Die Musiktage Mondsee feiern ihr 30-Jahr-Jubiläum. Das Festival steht heuer von 31. August bis 8. September im Zeichen zweier Komponisten: Franz Schubert und Gabriel Fauré. Ein Österreicher und ein Franzose — der eine anerkannt und geliebt, der andere zumindest im deutschsprachigen Raum immer noch im Schatten seiner Landsleute Debussy und Ravel stehend. Was verbindet Schubert und Fauré? „Ihre Affinität zur kleinen Form, ihr melodischer Einfallsreichtum“, betont Astrid Braunsperger, vom kunst_mo- nitor in Wien, der seit 2011 die Geschäftsführung des Festivals inne hat.

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Beide Komponisten lebten in einer Zeit des Umbruchs, in der sie zu einer ganz persönlichen und unverwechselbaren Sprache fanden. Beide bevorzugten den intimen Ausdruck, nicht die große Geste. Daher lautet das Motto des Festivals: „Meister der leisen Töne“. Matthias Lingenfelder (er spielt übrigens eine Stradivari von 1722, die Joseph Joachim gehörte), erster Geiger des Auryn Quartetts, das seit 2010 das Festival künstlerisch leitet, programmierte wohlüberlegt nicht unter dem Motto eines Paukenschlags. „Ein Jubiläum ist ohnehin etwas großes und unser Festival ist ein kleines und feines der Kammermusik, da passen die leisen Töne“, so Braunsperger.

Leonskaja am Klavier

Zur 30. Auflage wird der Rahmen der Kammermusik dennoch gesprengt. Faurés Requiem wird unter der Mitwirkung der Kantorei Mondsee in der Basilika aufgeführt. In Zusammenarbeit mit der Landesmusikschule Mondsee wird der „Karneval der Tiere“ von Saint-Saens zum Erklingen gebracht. Die Grande Dame am Klavier, Elisabeth Leonskaja spielt u. a. Schumann. Mit dem niederländischen Bassbariton Robert Holl schließt sich ein Kreis, denn er war auch bei den ersten Musiktagen in Mondsee zu hören. Er gibt heuer u. a. in einer Matinée Schubert-Lieder zum Besten. Es ist auch wieder Neues dabei, zum Beispiel von der jungen französischen Komponistin Camille Pépin (Composer in Residence).

Die Musiktage Mondsee wurden 1989 von András Schiff gegründet. Er lud befreundete Musiker nach Mondsee ein und machte mit ihnen eine Woche lang Kammermusik — diese Konzeption übernahmen auch Christian Altenburger und Julia Stemberger, sowie Heinrich Schiff.

Nur rund ein Drittel der Besucher kommt übrigens aus der Umgebung, der Rest reist aus ganz Österreich und Europa an. „Der Vorverkauf ist extrem gut gestartet, es sieht nach einem Besucherrekord aus“, sagt Braunsperger, die verrät: „Im nächsten Jahr dreht sich alles um Johann Sebastian Bach“.

Tickets und Programm:

www.musiktage-mondsee.at