Leistungen „stark umverteilend“

Kosten der Familien laut Analyse zu einem erheblichen Teil abgedeckt

In einer umfassenden Studie wurden nun die Kosten und die Förderungen für Familien verglichen.
In einer umfassenden Studie wurden nun die Kosten und die Förderungen für Familien verglichen. © PhotographyByMK — stock.adobe.com

Familienleistungen des Bundes decken Ausgaben für Kinder nur zum Teil ab, besonders bei Alleinerziehern und Familien mit älteren bzw. mehr Kindern sei die Lücke groß.

Das hat Ende 2021 eine Studie von Statistik Austria und Wifo im Auftrag des Sozialministeriums gezeigt. Eine Studie von Joanneum Research im Auftrag des Bundeskanzerlamts kommt nun zu einem anderen Befund: Berücksichtige man Transferleistungen von Ländern und Gemeinden, sei das System „stark umverteilend“.

„Die Studie zeigt, dass durch Familienleistungen ein erheblicher Teil der Kosten, die in Haushalten mit Kindern entstehen, abgedeckt werden können“, so Familienministerin Susanne Raab (ÖVP).

Österreichs Familienpolitik leiste daher einen zentralen Beitrag zur Reduzierung von Familien- und Kinderarmut, am wichtigsten seien hier Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld. Auch bei Alleinerziehenden seien die Leistungen treffsicher, würden doch bei jüngeren Kindern die Kosten in einkommensschwächeren Familien zur Gänze abgedeckt.

Auch die Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sei wirkungsvoll. Dadurch könnten Familien je nach konkreter Lebenssituation mit finanziellen Leistungen, Sach- und Steuerleistungen unterstützt werden, so Raab.

Umfassende Studie

In der Untersuchung seien „so umfassend wie nie zuvor“ die kinderbezogenen Transferleistungen auf allen staatlichen Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden) analysiert worden, so Projektleiter Franz Prettenthaler. Demnach erhalten Paarhaushalte mit ein bis vier Kindern (Alter zwischen einem und 24 Jahren) je nach Einkommenshöhe und Kinderanzahl Familienleistungen zwischen 340 und 570 Euro pro Kind und Monat.

Bei Alleinerziehenden ist die Unterstützung mit 370 bis 690 Euro über alle Einkommensstufen hinweg höher. Zwar würden innerhalb des Steuersystems Eltern mit mittlerem oder höherem Einkommen stärker profitieren, das werde aber durch kinderabhängige Transfers außerhalb des Steuersystems mehr als ausgeglichen.

Fazit: Bei Paaren mit sehr geringem Einkommen mit einem Kind sind die Kinderkosten komplett gedeckt, bei den oberen Einkommen zu rund 70 Prozent. Ein weiteres Ergebnis: Je älter das Kind wird, desto deutlicher wird die Lücke zwischen Familienleistungen und tatsächlichen Kosten.

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